Alle Beiträge vom Juli 2008

29.07.08

Life On Mars (2006 – 2007)

Er sagt: Sehr gut

Life on MarsNein, bei dieser BBC-Serie geht es nicht um Sciene Fiction, der Titel bezieht sich vielmehr auf David Bowies Klassiker aus den 1970ern, die zentrale Epoche der Handlung.

Ein britischer Polizist namens Sam Tyler (John Simm) aus der Gegenwart wacht nach einem Autounfall im Jahr 1973 wieder auf, nur um verwundert festzustellen, dass er dort ebenfalls Polizist ist. Ziemlich verwirrt versucht er herauszufinden, ob er eigentlich in der Gegenwart im Koma liegt, tatsächlich ein Zeitreisender oder schlichtweg verrückt geworden ist.

In der Zwischenzeit macht er das beste daraus und hilft seinen neuen Kollegen, allen voran ein genialer Philip Glenister als DCI Gene „Gov“ Hunt, bei verschiedensten Fällen. Die eingeschworene Truppe wiederum schätzt den Neuzugang nicht besonders, wie auch dieser Ausschnitt einer -sagen wir mal Meinungsverschiedenheit dazu- zwischen Hunt und Tyler zeigt:

Und genau das macht auch den Spaß dieser Serie aus. Wie bringt man einem Haufen rauher „Coppers” bei, dass Verdächtige auch Rechte haben? Nicht nur einmal verzweifelt Tyler an Hunts altmodischen und brachialen Methoden, sehr zur Belustigung der Zuseher. Und wer die 70er selbst erlebt hat, wird sicher das eine oder andere Mal nostalgisch, nicht nur wegen des zeitgemäßen Soundtracks.

Mittlerweile gibt es übrigens eine Nachfolgeserie namens „Ashes to ashes”, wo es diesmal eine Polizistin unter ähnlich mysteriösen Umständen zu Gene Hunt in die 1980er verschlägt. Mehr dazu später…

Sie sagt: Nicht gesehen...
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29.07.08

The X-Files: I Want to Believe (2008)

Sie sagt: Naja

The X-Files: I Want to BelieveIch habe die Serie geliebt. Zwar nicht mehr die späteren Staffeln, als es dann nur mehr um Verschwörung ging, aber die X-Akten waren ein Fixpunkt jede Woche, den man gemeinsam zelebriert hat.

Und nun ist der zweite Film in die Kinos gekommen und ich bin mir nicht ganz sicher, was ich da eben gesehen habe. Verschwörungtheorien fehlen zum ersten völlig – meiner Meinung nach nicht das Schlechteste. Aber auch Mystery ist nicht wirklich ein Thema. Was hat eine „normale” Geschichte in einem X-Akten-Ordner zu suchen? Natürlich gibt es da einen zwielichtigen Mann mit obskuren Visionen (Billy Connolly, langelockt wie eh und je und viel zu sympathisch für den Charakter) und die Grundgeschichte ist etwas obskur – aber in unserer kranken Welt dennoch nichts Außergewöhnliches geschweige denn Außerirdisches.

Jedoch das größte Manko des Films stellt mit Sicherheit das Drehbuch dar: Chris Carter (ebenso Regie) und Frank Spotnitz hätten bei ihren Leisten bleiben sollen, denn für eine Serienfolge hätte die Storyline wohl ausgereicht, aber in die Spielfilmlänge gezogen, wird die an sich schon dünne Geschichte immer löchriger und fragwürdiger. Logikfehler, viel zu simple Lösungswege und vor allem völlig überflüssige Dialoge sind die Folge. Am meisten schmerzen die Unterhaltungen zwischen Mulder und Scully, denn sie wollen vielsagend und bedeutungsschwanger sein, sind aber nur leere Worthülsen, die bald langweilig werden.

Ganz knapp schrammt dieses Ouvre an der schlechtesten Bewertung vorbei, aber nur da Film Nummer 1 eben noch schlimmer war und diese Punktezahl eher verdient hat. Und weil ihnen doch eine wirklich gute Überraschung gelungen ist.

Er sagt: Naja

Ich muss gestehen, ich habe die Serie damals nicht bis zum bitteren Ende begleitet, sondern bin kurz nach David Duchovnys Ausscheiden ebenfalls vom Zug gesprungen, auch wenn Robert Patrick als Mulders Nachfolger Agent Doggett wirklich gute Arbeit abgeliefert hatte. Davor war ich allerdings lange Zeit begeisterter Hobby-Agent. Die X-Files standen für Mysterien, Mythen und Geheimniskrämerei und während man sich in der Serie noch mit Übersinnlichem beschäftige, so driftet dieser Film leider eher ins Unsinnige ab. Das einzige mysteriöse und unerklärbare an diesem Film ist, wie er jemals in dieser Form zustande kommen konnte.

„I Want to Believe” ist das Motto des mittlerweile zweiten Leinwand-Abenteuers von Mulder und Scully und der Glaube spielt hier wirklich eine große, wenn nicht sogar eine übertriebene Rolle. Ich möchte auch glauben. Ich möchte glauben, dass Menschen, die jahrelang gute Geschichten erzählen konnten, Besseres auf die Leinwand zaubern hätten können, als dieses Ergebnis. Der Weg, den Chris Carter eingeschlagen hatte, wäre ja nicht der schlechteste gewesen: Eine etwas bodenständigere Geschichte als zuvor, tiefere Einblicke in die Psyche der Hauptcharaktere und ein stärkerer Fokus auf die Beziehung zwischen ihnen.

Seine Mischung wirkt allerdings unausgegoren, oberflächlich und schlichtweg gewöhnlich – in meinen Augen nicht mal eines TV-Specials würdig. Ein wirklich seltsamer Abspann trägt zusätzlich zu diesem Eindruck bei. Diese Akte kann getrost geschlossen und weggesperrt werden.

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27.07.08

Tron 2 Trailer

Die Besucher der diesjährigen Comic Con in San Diego staunten nicht schlecht, als sie diesen Überraschungs-Trailer präsentiert bekommen haben: Der Kultfilm Tron scheint eine Fortsetzung zu bekommen! Bis jetzt findet man noch überhaupt nichts offizielles über „Tr2n”, glücklicherweise haben aber ein paar Leute das Ereignis mit ihren Handys mitgefilmt. Sehr nett finde ich übrigens die Reaktion des Publikums, insbesondere als Jeff Bridges ins Bild kommt.

[Update 28.07.08: Leider wurde das Video aufgrund von Copyright-Reklamationen von diversen Video-Plattformen genommen.]

[Update 08.08.08: Ich habe den Trailer auf RuTube wiedergefunden. Mal sehen, wie lange es diesmal braucht, bis er wieder offline geht.]

Und für alle, die Tron nicht kennen, gibt es hier die zum Kult gewordene Light Cycle-Szene als Aperitif vor dem Gang in die Videothek:

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25.07.08

Once (2006)

Sie sagt: Sehr gut

Once (2006)Über ein Jahr nach seiner Premiere ist der 2006 gedrehte irische Film Once seit 25.4.2008 endlich auch in österreichischen Kinos. Mit Preisen überhäuft, erfuhr er auch mit dem Oscar für das beste Lied „Falling Slowly”, Ehrung durch das kommerzielle Kino.

Vorweg eine Warnung: Man verliebt sich unweigerlich in alle Figuren dieses Films von Regisseur John Carney, sogar in einen kleinen, erbärmlichen und betrunkenen Gelegenheitsdieb. Ganz nebenbei schafft es Once mehrmals, dem Publikum ein Lächeln zu entlocken: Beispielsweise wenn die Hauptdarstellerin ihren Staubsauger in der Fußgängerzone hinter sich herzieht, wie einen kleinen Hund. Oder wenn sich eine gesamte Band in ein Auto zwängt, um die gerade aufgenommene Musik dem ultimativen Test zu unterziehen: Sie auf schlechten Lautsprechern zu hören.

Auf den Straßen Dublins treffen sich ein Junge und ein Mädchen – klassisches boy meets girl – daher werden auch keine Namen gebraucht. Ebensowenig wie professionelle SchauspielerInnen, sondern wirkliche MusikerInnen und vor allem echte Menschen. Sie (Markéta Irglová), eine tschechische Pianistin und Gelegenheitsarbeiterin stolpert in das Leben eines Straßenmusikers und Mechanikers für Staubsaugerreparaturen (Glen Hansard – Sänger der Band The Frames) und die gemeinsame Leidenschaft für Musik verbindet sie auf der Stelle. Aber die Vergangenheit, in Liedern verarbeitet, ist auf beiden Seiten noch viel zu präsent.

Sollte es nicht Eure Art von Musik sein, dann wird es nicht Eure Art von Film werden, denn alles ist von Musik durchdrungen, Musik ist alles, Musik ist Gefühl und Gefühle sind Musik. In klassischen Musicals hat ein Lied nur eine verstärkende Funktion, die Aussage liegt im Dialog, in Once hingegen wird nur die Musik genutzt, um dem Zuschauer zu vermitteln, was die Charaktere bewegt.

Irglová und Hansard zeichnen im Film als auch im realen Leben verantwortlich für den gefühlvollen Soundtrack und so scheinen die Grenzen zur Realität durchwegs verschwommen. Schön sichtbar wird dies an der alten, zerbrochenen Gitarre, die auch Ihren Einsatz bei der Oscarverleihung fand, wo die Beiden, die nach den Dreharbeiten im realen Leben ein Paar geworden sind, selbst ihr Lied präsentierten.

Und noch ein Tipp! Lernt tschechisch: Sonst entgeht Euch die vielleicht berührendste Szene des Films!

Er sagt: Sehr gut

Zugegeben, Musikfilme haben mich noch nie sonderlich interessiert. Aber dieser hier ist tatsächlich die schillernde Ausnahme. Die feine, fast schon zerbrechliche Zeichnung der Charaktere in Verbindung mit ihrer irgendwie ehrlichen Musik (das Album gibt’s hier), hat auch mich in ihren Bann gezogen.

Die beiden dürften aber nicht nur mich, sondern auch einen meiner persönlichen Helden, Jon Stewart, überzeugt haben, der als diesjähriger Präsentator der Oscars Markéta Irglová extra wieder auf die Bühne geholt hat, um ihre zuvor brutal abgeschnittene Dankesrede vollenden zu können.

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25.07.08

Hancock (2008)

Sie sagt: Gut

Hancock 2008Ein Superheld ist im Alltag gelandet. Und mit zuviel Alkohol im Blut kann man im Landeanflug schon mal den Asphalt der Straße zerstören, ein paar Häuser schrammen oder bei der Verbrecherjagd nebenbei Millionenschäden verursachen. Übrigens eine Problematik, der bei anderen Superhelden definitiv zu wenig Beachtung geschenkt wird, wie dieses Zeitdokument beweist: Dark Knight deleted scene

Hancock (Will Smith) ist aber zudem auch noch faul, sarkastisch und ungewaschen: Eher ein menschliches Wrack als jemand der fliegen kann, unverwundbar ist und schier unbeschränkte Kraft besitzt. Ergo ist ihm die Bevölkerung, die er mit seinen Heldentaten beglückt, nicht sonderlich zugetan. Und so sehen wir dann doch wieder den Prototyp des einsamen, unverstandenen Helden. Der hier aber eine auf ihn zugeschnittene Image-Kampagne erhält: Inklusive hautengem Suit versteht sich.

Ich bin mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung in diesen Film gegangen. Denn die Vorschau versprach eine Komödie, die – wie sooft in Hollywood – schätzungsweise ab der Hälfte ins Rührselige abrutschen würde.

Nun, ich wurde „enttäuscht”: Erstens würde ich den Film nicht unbedingt als Komödie, als die er jedoch verkauft wird, einstufen. Bestimmt, der Film hat seine witzigen Momente, aber diese sind eigentlich nur dazu da (Mikunda schau owi) um die Spannung abzufeuern, die sich beim Publikum anstaut. Und mit einigen durchaus heftigen Thematiken wird der Film bereits weit vor der Hälfte ernst und zum Ende hin gar tragisch. Den wirklichen Tiefgang eines Dramas findet Hancock dann aber auch nicht.

Bleiben wir bei Action-Film und dafür bekommt Will Smith´s latest Adventure 3 wirklich gutgemeinte Sterne, denn einem der Hauptdefinitionen des Kinos kommt der Film perfekt nach: Er unterhält.

Er sagt: Gut

Also für Hancock habe ich gleich zwei Tipps für Euch:

  1. Setzt Euch im Kino nicht vor eine Reihe mit vier Kindern, die ständig gegen die Lehne treten
  2. Löst Euch von Euren Erwartungen

Wer sich mit Hancock eine locker-flockige, kindergerechte Will Smith-Komödie erwartet, den möchte ich hier eines Besseren belehren. Im Empire Magazine (Juli 2008) beschreibt Peter Berg in einem Interview die ursprüngliche Vorlage von Hancock als äußerst düster, böse und depressiv. Er habe versucht, die Geschichte in ein etwas helleres Licht zu rücken, was ihm durchaus gelungen ist, wenn ich auch den Eindruck hatte, dass ihm diese Gradwanderung nicht gerade leicht gefallen ist.

Auf der einen Seite besitzt der Film zu viele lustige Szenen um als ernstes Drama durchzugehen, andererseits ist er für eine Komödie streckenweise zu ernst und roh. Generell werden bei Hancock für meinen Geschmack zu viele interessante Handlungsstränge zu kurz angeschnitten.

Werden die CG-Effekte hauptsächlich als komödiantische Elemente eingesetzt, setzt Peter Berg durch extreme Nahaufnahmen der Gesichter der Protagonisten einen emotionalen Gegenpol, der in mir, eigentlich mehr ein Freund von Lustigem als von Ernstem, eigenartigerweise mehr Lust auf die dramatische Handlung  als auf die Gags weckte.

Auf jeden Fall bietet Hancock einen Blickwinkel auf einen Superhelden, der durchaus originell und sehenswert ist. Dank ihrer Darsteller konnte mich die Geschichte ausreichend fesseln um die (zu) jungen und etwas unruhigen Nachbarn hinter mir ignorieren zu können.

Untermalt wird der Film übrigens von einem ziemlich netten Soundtrack aus der Feder von John Powel, bereits actionerprobt durch Filme wie zum Beispiel die Bourne-Trilogie oder „X-Men: The Last Stand”.

Und ich bilde mir fest ein, Peter Berg selbst für einen Bruchteil einer Sekunde in einem Arztkittel gesehen zu haben. Sehnt er sich nach den ruhigeren Tagen als TV-Seriendarsteller? Wenn man sich die Einspielergebnisse von Hancock so ansieht, wohl eher nicht…

4 Bewertungen (1.75 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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