Als Peter Bretter unerwartet von seiner Freundin, der Seriendarstellerin Sarah Marshall (Kristen Bell), verlassen wird, fällt er in ein tiefes Loch voller Herzschmerz und Selbstmitleid. Er kann sie einfach nicht vergessen, alles erinnert ihn an sie. Auf Anraten seines Stiefbruders, fliegt er auf Urlaub nach Hawaii, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, nichts ahnend, dass seine Ex mit ihrem Neuen ebenfalls im selben Hotel abgestiegen ist.
Forgetting Sarah Marshall ist eine lockere und herzige Komödie von und mit Jason Segel, dessen Erfahrungsschatz Ursprung von so mancher Szene sein soll. Die Charaktere sind durchgehend liebevoll gezeichnet und besitzen auch durch das solide Schauspiel aller Beteiligten genug Tiefgang, um glaub- und liebenswürdig rüberzukommen.
Der Film sorgt jetzt nicht für ständige Bauchkrämpfe vor lachen, aber diesen Anspruch stellt er in meinen Augen auch gar nicht. Auf jeden Fall ist er ein gelungenes Schreib-Debut von Herrn Segel und genau das Richtige für ein verregnetes Wochenende.
Wieder ein Film, der völlig falsche Erwartungen in mir geweckt hat. Denn Forgetting Sarah Marshall ist kein Schenkelklopfer, wie der Trailer es vermuten lassen könnte. Ein nettes Filmchen, mit teils gelungenen, teils weniger gelungenen Witzchen. Prädikat: Unterhaltsam und tut nicht weh – bleibt aber auch nicht in Erinnerung, weswegen ich leider nicht mehr dazu zu schreiben weiß! Somit eigentlich ein perfekt gewählter Filmtitel!
Ach ja, die Sache mit dem Schwein hätten sie sich sparen können…
Laut einem Artikel im Observer verbannen immer mehr britische Kinos Popcorn aus ihren Sälen. Die Kinokette Picturehouse verbietet Popcorn derzeit noch vorsichtig testend für nur eine Vorstellung pro Woche, andere haben es bereits komplett aus dem Sortiment geschmissen.
Nicolas Kent, künstlerischer Leiter des preisgekrönten Tricycle Kinos, meint sogar:
„Popcorn is horrible stuff and I won’t have it anywhere near my cinema. It’s a form of junk food and that encourages junk entertainment. Its smell is all-pervasive, it makes huge amounts of mess, and it distracts and annoys people intensely.”
Also für mich gehört Popcorn einfach zum Kino-Gefühl dazu, aber sicher auch nicht aus Prinzip zu jedem Film. Ich kann die Argumente aber auch verstehen, denn der Geruch, zumindest im Bereich wo es gemacht wird, ist oft sehr intensiv und ich ärgere mich auch immer, wenn Leute es schaffen, mindestens 40% ihrer Popkörner fein säuberlich auf umliegende Sitze und den Boden zu verteilen.
Neben der Prinzipfrage ist es aber sicherlich auch eine finanzielle, da Popcorn und die damit zusammenhängenden Getränke den Umsatz eines Kinos nicht unerheblich steigert. Letztendlich wird das wohl jeder Kinobetreiber für sich entscheiden müssen.
Und übrigens finde ich, dass Nachos mit Käsesauce viel mehr stinken und viiieeel lauter sind, als Popcorn. Wie denkt Ihr über ein Kino ohne Popcorn?
Wurde aber auch langsam Zeit, immerhin ist es schon drei Jahre her, dass Alex, Marty, Gloria und Melman auf Madagaskar gestrandet sind. Allerdings müssen wir uns noch ein bisschen gedulden, der Filmstart ist hierzulande für den 5. Dezember 2008 angesetzt. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude…
Bei Apple gibts den Trailer auch in verschiedenen Größen.
Na so etwas: Disney präsentiert seine erste schwarze Titelheldin in einem klassischen Zeichentrickfilm. Doch schon nach Dekaden seines Bestehens…
The Princess and the Frog verlegt das Märchen vom Froschkönig ins New Orleans der Zwanziger Jahre. Nach ersten Probeaufführungen jedoch musste der gesamte Film und Inhalt überarbeitet werden, da der ursprüngliche Inhalt viel zu klischeebeladen war:
The company announced that production had begun on the film, a fairy tale to be called The Frog Princess featuring Maddy, a black chambermaid working for a spoiled white Southern debutante. A voodoo priestess fairy godmother helps Maddy win the heart of a white prince, after he rescues her from the clutches of a voodoo magician.
Verständlich, oder? Hier der Teaser-Trailer, des vielleicht nun doch 2009 ins Kino kommenden Oeuvres:
Eine Hommage an Paris, ein Episodenfilm, eine talentierte Schauspielriege (darunter Juliette Binoche) – da sollte doch in Cédric Klapischs Film Paris (deutscher Titel: So ist Paris) nichts mehr schief gehen können. Aber es ist einem egal, dass ein Kind geboren wird, eine Frau stirbt und sogar, dass die Hauptrolle (Romain Duris) einem ungewissen Ende entgegen fährt, lässt einen seltsam kalt. Und das ist wohl das Schlimmste, was einem Film, der uns die Menschen und Schicksale einer Stadt näherbringen will, passieren kann.
Manchmal fühlt man sich eher peinlich berührt, wenn eine geplante Liebesnacht ohne Gefühle Protagonist und Protagonistin unangenehm ist oder wenn sich ein alter Universitätsprofessor im Liebestaumel für seine jugendliche Studentin lächerlich macht, windet man sich sogar im Kinosessel.
Vielleicht sind die Episoden doch zu streiflichtartig und können den Figuren so nicht genug Tiefe verleihen. Vielleicht wollte der Regisseur auch zuviel in einen Film verpacken. Aber Klapisch gelang dies zuvor schon so wunderbar und entzückend mit seinem Spielfilmdebüt Chacun cherche son chat (Und jeder sucht sein Kätzchen). Möge er wieder zu seiner alten Form zurückfinden, damit die Liebe, die er in all seinen Facetten beschreiben will, auch auf das Publikum überspringt.
Pierre darf dank eines akuten Herzleidens nicht mehr tanzen und verbringt die Wartezeit auf die Transplantation damit, andere Menschen vom Fenster oder Balkon aus zu beobachten. Und schon begleiten wir diese Menschen ebenfalls auf ihren Wegen durch den Wirrwarr aus Leben, Liebe und Tod.
Manche Charaktere sind einem näher als andere, manche Episoden sind interessanter als andere. Herausragend sind sie aber alle nicht und werden teilweise nur von der schauspielerischen Leistung der Protagonisten durchgetragen.
Ich wünschte, ich könnte hier eine Bewertung zwischen „Naja“ und „Gut” angeben, denn diese wäre hier meiner Meinung nach angebracht. Ich werde aber in diesem Fall im Zweifel für den Angeklagten walten und ein „Gut” geben, da ich nach dem Kinobesuch nicht das Gefühl hatte gelangweilt worden zu sein geschweige denn mein Geld verschwendet zu haben.
Der Titel Californication ist ein Portmanteau, also ein Wort, das die Aussprache und die Bedeutung zweier anderer Wörter kombiniert, in diesem Fall den US-Bundesstaats California und das englische Wort für Unzucht: Fornication.
Und hallo, Unzucht wird in dieser TV-Serie betrieben: Herr Duchovny würde seine – meiner Meinung nach – bisher beste Arbeit seinen eigenen Sprösslingen wohl erst in einigen Jahren präsentieren. Aber diese Unanständigkeiten sind verpackt mit soviel intelligentem Humor, Zynismus und Einfallsreichtum, dass es eine wahre Freude ist. Überhaupt ist die Mischung zwischen Bösartigkeit, tiefer Menschlichkeit und selbstverständlicher Herzlichkeit so wunderbar und fein abgestimmt, wie aus dem Lehrbuch des Bocuse der Fernsehunterhaltung.
Californication schafft es zudem eine exzellente Riege an Darstellern und Darstellerinnen zu vereinen, der es auch nicht an der Lust zu spielen mangelt. Allen voran David Duchovny, der sich vom glatten Fox Mulder endgültig verabschiedet und das sarkastische Herz der Serie bildet in Form von Hank Moody: Einstmals vielgefeierter Autor, nun seiner großen Liebe nachtrauernder, saufender Vater einer reinkarnierten Emily the Strange, der in fast jeder Folge eine andere Dame beglücken darf. Die Auszeichnung mit dem Golden Globe für seine hier dargebotene Leistung ist mehr als verdient. Ach ja – ich habe ja damals zu Akte X-Zeiten nie verstanden, warum ihn manche Leute attraktiv fanden. Ich kann das jetzt überaus gut nachvollziehen!
Bei der Cast irritierend ist vielleicht auf den ersten Blick ein Wiedersehen mit Madeline Zima, der jüngsten Serientochter aus der Nanny, die nun durchaus – sagen wir mal – erwachsen geworden ist.
Abschließend kann ich nur sagen, ein Glück, dass Californication bereits als DVD erhältlich ist, denn ich möchte nicht wissen, was die Synchronisation diesem Wunderwerk an Wortwitz antut!
Hank Moody, ein Mann der alles hatte und irgendwo, irgendwann wieder verlor. Und an allem ist angeblich die Stadt der Engel schuld, in New York war jedenfalls noch alles besser. Statt im Erfolg wird jetzt „in a sea of pointless pussy” gebadet, gemixt mit der einen oder anderen Droge. Dabei ist er ein aufrichtig liebender und fürsorglicher Vater, der – wie von meiner werten Co-Autorin bereits erwähnt – in der getrennt lebenden Mutter (Natascha McElhone) seiner Tocher nach wie vor die Liebe seines Lebens sieht. Hank Moody versucht, die Scherben seines Lebens wieder aufzuklauben und wir dürfen ihm dabei zusehen.
David Duchovny hat offenbar endlich die Rolle gefunden, die ihm auf den Leib geschrieben wurde. Das dürfte der Gute auch sehr früh erkannt haben, immerhin ist er ebenfalls Produzent der Serie. Und schon die allererste Szene gibt bereits den scharfen Ton für die gesamte Staffel vor. Stichwort Kirche, Nonne und ein gewisses Jobangebot (siehe Trailer).
Es ist sehr erfrischend, wieder einmal eine Serie zu sehen, die nicht für Kinder zurechtgeschnitten wird sondern roh und unverblümt das Leben widerspiegelt. Gut, zumindest Hank Moodys Leben. Und es ist wirklich eine wahre Freude, dieses Leben beobachten zu können. Nur allzu prüde darf man dafür nicht sein.
Hoffentlich machen es die Schreiberlinge dieser wunderbaren Serie Hank Moody nicht nach und verlieren nicht ihren Drive in der zweiten Staffel, die diesen Herbst ins U.S.-Fernsehen kommt.
In Österreich kann man Californication ab 5. September 2008 im ORF genießen, in Deutschland ab „Herbst 2008” auf RTL2 und in der Schweiz läuft die Serie bereits seit 10. Juli 2008 auf SF zwei. Hoffentlich jeweils im Zweikanalton!
Wer sich die Wartezeit zum Kinostart von The Dark Knight etwas verkürzen will, dem sei „Batman: Gotham Knight” ans Herz gelegt. Eine DVD mit sechs gezeichneten Kurzgeschichten von verschiedenen Regisseuren und Künstlern, dementsprechend jeweils mit eigenem Erzähl- und Zeichenstil, schlagen die Brücke zwischen Batman Begins und The Dark Knight.
Die Gebrüder Wachowski haben es zwischen den Matrix-Episoden mit The Animatrix vorgemacht, inzwischen scheint es in Hollywood zum guten Ton zu gehören, die Zeit bis zur Veröffentlichung eines Sequels mit einem Lückenbüßer in Form einer mit Kurzgeschichten bestückten DVD zu füllen.
Wie dem auch sei, mir hat es reichlich Spaß gemacht, den neu er-/gefundenen Batman zu seinen Wurzeln, der Comic-Kunst, zurückkehren zu sehen. Musikalisch stimmungsvoll unterstützt, lernt man neue Aspekte seines Charakters kennen. Warum also kein „Sehr gut” von mir? Eventuell, weil die Zeit des jeweiligen Kurzfilms leider nicht ausreicht, um die Stimmung wirklich voll aufbauen und auskosten zu können. Vielleicht liegt es aber einfach nur daran, dass Gotham Knight eben nicht Dark Knight ist.
Hier noch der Trailer:
Mmmmmhhhhh. Was soll ich zu den Batman-Kurzfilmchen sagen? Ganz unterhaltsam, teilweise recht nette Ideen, aber wirklich vom Hocker gehauen haben sie mich alle nicht. Und nachdem mein geschätzter Co-Autor bestimmt die Animatrix-Episoden erwähnt: Diese haben zusätzliche Informationen und somit mehr Verständnis für das Matrix-Universum geliefert. Vielleicht ist über Batman schon alles gesagt und erzählt worden? Ich warte (sehnsüchtig) The Dark Knight ab und fälle dann ein Urteil über diese Aussage – und natürlich auch den Film an sich, keine Sorge!
Es war sein Markenzeichen: In beinah jedem seiner Regiewerke verewigte sich Alfred Hitchcock in einem Cameo-Auftritt. Manchmal als Passant, der durchs Bild läuft oder kurz im Hintergrund sichtbar. Aber bei einigen Filmen machte es uns der Meister nicht einfach, ihn zu entdecken. Auf der Website hitchcock.tv bemühte man sich jedoch, alle Erscheinungen zu dokumentieren und 37 von 41 Filmen sind auch mit Bildern präsentiert.
Einer meiner Favoriten ist Life-Boat: In Ermangelung an Vorbei-Geh-Gelegenheiten, ist Hitch nur in einer Zeitung abgebildet. Und zwar in einer Werbung für Diäten mit Vorher- und Nachherbild.