Er sagt: Sehr gut

Star Trek PosterMan muss J.J. Abrams für seine mutige Entscheidung, sich an dieses heikle Thema heranzuwagen, durchaus Bewunderung aussprechen. Heikel deswegen, weil die Geschichte rund um Kirk, Spock und Co. nur mitsamt einer sehr treuen Fangemeinde zu haben ist, die sehr gut auf die ihr lieb gewonnenen Charaktere aufpasst. Aufgepasst haben aber glücklicherweise auch Abrams und seine Drehbuchautoren, die sich mit deren Zeichnung sehr an die Vorlage von Gene Roddenberry gehalten haben, inklusive typischer Körperhaltungen der Schauspieler, die zuvor in die jeweiligen Rollen geschlüpft sind.

Dem Regisseur ist es wunderbar gelungen, das gewaltige Erbe, das sich in einem bald halben Jahrhundert in Form von sechs Serien und zehn Kinofilmen angesammelt hat, zu würdigen und gleichzeitig der Geschichte neues Leben einzuhauchen. Diese sehenswerte Mischung aus original und originell zeigt sich letztlich auch beim Design der Enterprise: Modern, frisch und sexy, aber stets dem Vorbild gerecht werdend, so dass man sowohl aufgrund des Wiedersehens als auch des neuen Kennenlernens Gänsehaut bekommt, sobald das Raumschiff das erste Mal nett in Szene gesetzt die Kinoleinwand füllt.

Und spätestens wenn man im Hintergrund (aufpassen!) ein Tribble aus einer der wohl bekanntesten Folgen der Originalserie sichtet und auch dessen Gurren hört, ist auch die letzte Skepsis weggebeamt.

Großes Kompliment an das Casting-Team, das es wirklich geschafft hat, jede einzelne Figur nahezu perfekt neu zu besetzen. Scheinbar mühelos tritt die neue Enterprise-Crew in die großen Fußstapfen, einzig der romulanische Bösewicht Eric Bana mag nicht so recht überzeugen – eventuell liegt das aber auch an der eher geringen Leinwandpräsenz, die man ihm gegeben hat. Jedenfalls finde ich die Motivation für seinen zerstörerischen Plan etwas dürftig dargestellt. Gestört hat mich außerdem die übermäßge Verwendung von Linsenreflektionen, ein bisschen weniger hätten es auch getan.

Gewürzt wird diese Wiedergeburt mit einem Soundtrack von Michael Giacchino, der auch schon für die Vertonung von so ziemlich allen bisherigen Projekten von J.J. Abrams verantwortlich war. Überzeugt hat mich die Filmmusik erst beim zweiten Mal Hinhören, die bombastischen Klänge des letzten Trailers von Two Steps From Hell hatten irgendwie falsche Erwartungen geweckt.

Ich bin froh, dass Star Trek neu belebt wurde und diesem hoffentlich noch viele Filme folgen werden, damit es wieder öfter heißt: „To boldly go where no one has gone before.”

Sie sagt: Sehr gut

Ich muss gestehen, die Enterprise und ich, wir haben eine gemeinsame Vergangenheit. Vom Nachspielen der klassischen Serie in der Kindheit (ich war bitte Scotty) über einen legendären Ferialjob bei der Star Trek World Tour bis zu einem leichten Stand auf Picards Stimme, war dieses gesamte Universum irgendwie immer zumindest ein bisschen präsent.

Deswegen bin ich beileibe noch kein Trekkie, jedoch Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Original-Crew war durchaus vorhanden. Und daher schiebe ich auch großzügig die etwas müde Story dieses Films beiseite und möchte Euch einfach nur sagen, wie begeistert ich von der neuen Besetzung bin. Allen voran Chris Pine alias James T. Kirk, von dem ich mir das eigentlich am wenigsten erwartet habe. Sein filmisches Alter Ego aus den 60er Jahren sah ich regelmäßig vor mir. Die Gestik, Bewegungen, Mimik – alles war perfekt und dennoch konnte er noch mehr schauspielerisches Talent vorweisen als das simple Baucheinziehen seines Vorgängers.

Star Trek Crew

Niemand wird sich wohl allzu viel Anspruchsvolles bei einer in die Länge gezogenen Raumschiff Enterprise-Folge erwarten. Und wenn man sich an diesen Vorsatz im Kinosessel erinnert, wird man einen spannenden, gut produzierten Popcorn-Film erleben, der für Fans so manche Gustostückerl und Insider-Witze bereit hält.

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