State of Play (2009)
Solides Handwerk. Als solches würde ich State of Play bezeichnen. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht.
Dieses Remake der BBC Miniserie aus 2003 bietet im Prinzip alles, was ein Thriller haben muss: Eine halbwegs dichte Story, ein paar Plot-Twists, Spannung und eine gute Besetzung. Während die Plot-Twists für geübte KinogängerInnen nicht unbedingt unvorhersehbar waren, kann sich die Cast wirklich sehen lassen: Russell Crowe, Ben Affleck, Helen Mirren, Jason Bateman, Jeff Daniels, Robin Wright Penn und sogar die mir sonst eher unsympathische Rachel McAdams werten diesen Film ungemein auf. Sehr amüsant sind die Szenen, wo Crowe und Mirren gemeinsam zu sehen sind.
Dennoch kann der Film Genrekollegen wie zum Beispiel Michael Clayton nicht das Wasser reichen, obwohl dessen Autor und Regisseur Tony Gilroy ebenfalls am Drehbuch von State of Play mitgearbeitet hat.
Einzig lächerlich war der eingestreute Handlungsstrang „Online versus Print”, der in folgendem Zitat gipfelte:
„When people read this story, they should have newsprint on their hands.”
Man kann nur vermuten, dass hier Zeitungsverlage unter den Geldgebern waren, denn sonst glaube ich nicht, dass sich so eine dumme Aussage in die sonst guten Dialoge gemischt hätte.
Leider kenne ich die BBC Serie nicht, hat sie wer gesehen und kann beide vergleichen?
Cal McAffrey alias Russell Crowe ist Typus Journalist “alter Hase” wie er im Lehrbuch für DrehbuchautorInnen steht. Kein Polizist, keine Gerichtsmedizinerin, den oder die er nicht kennt und welche ihn zuverlässig mit Informationen versorgen. Auftritt Della Frye alias Rachel McAdams: Der junge Hüpfer, noch dazu nicht dem einzig wahren, ehrwürdigen Print-Journalismus verschrieben, sondern schnöde Bloggerin. Dennoch arbeitet gerade jene an einer Story über ein Skandälchen in der Washingtoner Politik, die zu einer wahren Lawine an Intrigen und Morden anwächst und nun natürlich der Mithilfe des alten Rammlers bedarf.
Doch genug der Nagerkunde. Herausgekommen ist ein recht ordentlicher Thriller, der zugegebenermaßen nicht allzu überrascht. Eher freut man sich und fühlt sich bestätigt, den nächsten Twist jeweils im Vorhinein zu erahnen.
Wirklich funkeln tut jedoch die Besetzungsliste – selbst kleine Nebenrollen sind hochkarätig besetzt und Helen Mirren bei der Arbeit zu zusehen erfreut einfach immer das Auge. Und bei ihr auch die anglophilen Ohren. Apropos: Herr Crowe hätte in diesem Film übrigens einen Iren geben sollen, aber abgesehen von seinem präsentierten Musik- und Getränkegeschmack, lässt sich dies am Dialekt jedenfall nicht ausmachen.






4 Kommentare
1
nunja… solide, stimmt schon.
viel mehr als das ‘online vs print’ haben mich die ganzen Klischees genervt… der krasse Reporter: natürlich ein älterer Mann; die neue Blogjournalistin: natürlich eine Frau; und natürlich die Beziehung zwischen krassem Reporter und bestem Politikerfreund… öööde…
die Story ist okay… Helen Mirren gefällt!
2
Fand den Film auch nicht gerade besonders überwältigend. Bin streckenweise sogar fast weggepennt, obwohl ich nicht wirklich müde war.
Helen Mirren verdient trotzdem, wie meine vor-Kommentatorin schon geschrieben hat eine besondere Erwähnung, da sie schauspielerisch doch hervorgestochen ist.
3
Ich hab die BBC-Serie gesehen und die war richtig gut – wahnsinnig spannend! Den Film werde ich mir deshalb gar nicht erst angucken, besser als die Serie kann er nicht sein.
4
@ Hannah: Danke für den Hinweis. Eventuell schaue ich mir die Serie auch noch an. Ob sie jetzt noch so spannend ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.