Alle Beiträge vom Dezember 2009

19.12.09

Avatar (2009)

Sie sagt: Gut

AvatarIch überlege gerade, wie oft ich mich bei Avatar zu meinem Sitznachbarn hinüber gebeugt habe und ihm den jeweiligen Titel, woran mich der Film nun erinnert, mitzuteilen. Die da wären: Der mit dem Wolf tanzt, Gorillas im Nebel, Herr der Ringe, Dragon Heart – und derer gab es noch mehr, die mir jedoch leider jetzt entfallen sind.

Tja, soviel zur Originalität. Und vielleicht erklärt das auch, warum ich – obwohl ich bewusst versucht habe, so wenig wie möglich über die Handlung im Vorfeld zu erfahren – jeden einzelnen Punkt und Schritt vorhersehen konnte. Zusammengefasst: Ultra-Gut alias die edlen Wilden, die noch so wirklich richtig mit Mutter Natur verbunden sind, gegen Ultra-Böse alias die Menschheit, in ihrer Gier subsumiert auf Wirtschaftsbosse und Ultra-Marines, die in ihrer Klischeehaftigkeit eher an GI-Joe-Puppen erinnern.

Ein absolut durchschnittliches Werk, das zwar optisch beeindruckt, aber zuweilen wird man auch hier von Illuminiszenzen und Ethno-Kitsch erschlagen. Der zweitschlechtesten Note ist Avatar nur entkommen, weil ich ihn dann doch nicht mieser als 2012 bewerten konnte. Und keine Angst, das Emmerich-Werk wird sicherlich nicht das neue Maß aller Dinge! ;-)

Abschließend: Wenn Ihr Euch den Film ansehen wollt, dann unbedingt in 3D. Danke an das Haydn Kino an dieser Stelle, welches einem endlich ermöglicht, Filme im Original und in imposanter Tiefenschärfe zu sehen. Da vergisst man dann schon mal, dass man mit Mantel und Haube im Saal sitzt, weil die Klimaanlage außer Rand und Band ist. Ach und noch was – was hat die einmalige Sigourney Weaver dem oder der Zuständigen in der Maske angetan? Die Frisuren in jeder ihrer Lebensformen sind ja eine persönliche Beleidigung…

Er sagt: Sehr gut

Zwölf Jahre nach seinem letzten und zugleich einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, wollte James Cameron mit Avatar neue Maßstäbe setzen. In puncto Optik ist ihm das auch durchaus gelungen. Allerdings dürften von den vermuteten 300 Millionen Dollar Produktionskosten nicht allzuviel in die Dramaturgie geflossen sein, denn die Geschichte selbst ist so simpel und seicht wie ihre Charaktere. Unoriginell, oberflächlich und klischeebeladen – im Großen und Ganzen Dancing with Wolves auf Ecstacy (danke Werner! ;-) ). Man bekommt den Eindruck, dass Herr Cameron die Story absichtlich auf einem niedrigen Niveau gehalten hat, um nicht von der wirklich großartigen Optik abzulenken. Auf der anderen Seite muss ein Märchen nicht unbedingt unvorhersehbar sein, um es genießen zu können.

Der Realismus der Na’vi, also der Einwohner des Planeten Pandora, wo alles von statten geht, ist wirklich beeindruckend und auch die restliche Flora und Fauna kann sich durchaus sehen lassen, selbst wenn diese beizeiten tatsächlich recht kitschig wirkt. Die 3D-Präsentation lässt einen manchmal mit offenem Mund dasitzen und verfälscht meine Wertung für diesen Film sicherlich ins Positive.

Als Resümee des Kinoabends kann ich sagen, dass ich wirklich gut unterhalten wurde, viel mehr aber auch nicht.

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13.12.09

(500) Days of Summer (2009)

Sie sagt: Genial!

500 Days of SummerIch glaube, ich bin verliebt. Und Tom Hansen alias Joseph Gordon-Levitt wird es nur zu gut nachvollziehen können. Aber ich habe Schmetterlinge im Bauch beim ganzen Paket des Filmes: Entzückende Darstellende, verspielte und skurrile Details, Ausstattung, Kostüme und natürlich ein wunderbar witziges Drehbuch, das einmal abseits der üblichen Klischees und Kitsch auch etwas echtes Leben in ein Hollywood-Werk bringt. Denn wie gleich zu Beginn verraten wird: This is a story about boy meets girl. But you should know upfront that this is not a lovestory.

Aus der Sicht von Tom erleben wir die 500 Tage währende Geschichte von ihm und Summer (Zooey Deschanel), die jedoch einen kleinen Haken hat: Sie glaubt nicht an die Liebe und will keine Beziehung – Spaß miteinander ist jedoch durchwegs erlaubt und erwünscht. Und natürlich ist die kleinste, liebevolle Andeutung ihrerseits dann der Himmel auf Erden seinerseits. Bis sie ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückführt. Und dies passiert keineswegs in chronologischer Reihenfolge, nein, der Film startet gleich mit niederschmetterndem Liebeskummer seinerseits und führt uns sprunghaft und einfallsreich durch die Beziehung der beiden. Aber auch wenn nun das Scheitern von Anfang an klar ist, schafft diese Anti-Romanze es dennoch tief romantisch, intelligent und amüsant zu sein.

SPOILER – nur auf eigenen Gefahr weiterlesen: Ach ja, und wer sagt, (500) Days of Summer hätte kein Happy End, hat entweder den Film oder das Leben nicht verstanden! ;-)

Er sagt: Sehr gut

(500) Days of Summer ist herzerwärmend und -zerreißend zugleich. Ersteres aufgrund der frischen, oftmals unkonventionellen Machart, zweiteres wegen Toms Achterbahnfahrt durch hoffnungsvolle und dann wieder verzweifelte Episoden. Großes Kompliment an den Regisseur Marc Webb, der es wunderbar schafft, die Gefühlswelt von Tom in bewegte Bilder zu übersetzen. Sei es in den ersten, endorphingeladenen Tagen, wo er die ganze Welt umarmen möchte oder schon etwas später die parallele Gegenüberstellung seiner Erwartungshaltung mit der bitteren Realität.

Ganz warm werde ich allerdings mit Zooey Deschanel auch nach einigen gemeinsamen Filmen noch nicht. Vielleicht hatten wir beide dank des missglückten Films The Happening nur einen schlechten Start aber irgendwie kommt ihre Ausstrahlung, sofern sie eine hat, nicht wirklich bei mir an. Dem Charisma des Films tut dies indessen keinen Abbruch. Selten hat mitlachen, -fiebern und -fühlen so viel Spaß gemacht.

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13.12.09

Lego Matrix: Trinity Help

Diese Szene aus The Matrix hat 1999 aufgrund ihrer innovativen Drehtechnik für Furore gesorgt. Genau zehn Jahre später macht es ihr dieses Remake gleich. Warum? Es wurde komplett mit Lego im Stop-Motion-Verfahren umgesetzt.

Wie genau das Lego-Remake tatsächlich ist, sieht man bei dieser Gegenüberstellung:

Hintergrundinformationen und Making-of gibt es auf legomatrix.com.

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13.12.09

Grün ist das neue Blau

Auch den Making-of-Muffeln unter euch wird der Begriff „Blue Screen” geläufig sein und die meisten bringen diese Technik wohl mit spezialeffektbeladenen Filmen in Verbindung. In der Realität ist die Blue Screen längst grün und wird auch für scheinbar einfache Szenen verwendet, wie die Effekt-Firma Stargate Studios in ihrem Showreel eindrucksvoll unter Beweis stellt:


(via Twitter/Robert Harm)

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11.12.09

Zombieland (2009)

Er sagt: Sehr gut

ZombielandEin Antiheld, ein Überheld und ein findiges Schwesternpaar versuchen im hauptsächlich von Untoten bewohnten Land zu überleben und ihre (blutverschmierten) Wege zu gehen. Genau diese Mischung verschiedener Figuren macht den Spaß dieses Films aus, natürlich neben der gerecht über die knapp 90 Minuten verteilten Menge an Gedärm. ;-)

Der Antiheld hat sich sorgfältig jede Mengen Regeln zurecht gelegt, die der Zuseher nach und nach vermittelt bekommt und mit deren Hilfe brenzlige Zombie-Situationen bereinigt werden können. Der Überheld ballert mit einer gewissen Selbstverliebtheit sämtlichen Ungestorbenen den Kopf von den Schultern, getrieben durch die Suche nach dem letzten Twinkie dieser Welt. Und mittendrin setzen die Schwestern ihre ganz eigenen Methoden ein, um nicht im Zombiemeer unterzugehen.

Der Film wirkt ein bisschen wie „Juno meets Dawn of the Dead”, ein Zombiespaß für die ganze, nicht zartbesaitete Familie! An das brilliante Vorbild Shaun of the Dead kommt er nicht heran, ist aber sicherlich einer der lustigsten Versuche, nicht zuletzt durch einen Gastauftritt von Bill Murray.

Sie sagt: Nicht gesehen...
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08.12.09

Born of Hope (2009)

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit haben Fans der Lord of the Rings-Filmtrilogie einen selbstgebastelten Film veröffentlicht, der sich sehen lassen kann. 70 Minuten lang begleiten wir Arathorn and Gilraen, die Eltern Aragorns, durch die turbulente Zeit vor dem Ringkrieg.

Und wer sich die Zeit bis zur Veröffentlichung des kleinen Hobbits noch weiter verkürzen will, kann dies mit einem weiteren Fanfilm machen: The Hunt for Gollum, ebenfalls bemerkenswert!

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08.12.09

2012 (2009)

Er sagt: Gut

2012Es gibt vieles, was 2012 nicht ist: Intelligent, realistisch oder profund zum Beispiel. Erwartet sich aber auch niemand von einem Roland-Emmerich-Film, oder? Eines ist er aber schon: Unterhaltsam. Zumindest mit der richtigen Kinobegleitung.

Das Spektakel kommt recht schnell zur Sache. Nachdem diverse Hauptcharaktere oberflächlich und klischeebehaftet eingeführt wurden, kann man schon deren mal mehr, mal weniger erfolgreichen Überlebenskampf bei zahlreichen bombastischen Katastrophenszenarios beobachten. Frei nach dem Motto „Wie oft kann man seine Liebsten mit diversen Fortbewegungsmitteln vor sich just in diesem Moment öffnenden Erdspalten retten?” wiederholt sich alles ein wenig, der Detailreichtum der Desaster lässt es dennoch kurzweilig erscheinen. Zumindest bis zum Showdown, der sich eine gefühlte Ewigkeit nicht vom Fleck bewegt und dem eine Kürzung um 30 Minuten sicherlich gut getan hätte.

So brilliant 2012 in der optischen Darstellung des Weltuntergangs auch ist, die emotionale Ebene geht dabei gleich mit unter. Zwar versucht Emmerich immer wieder das Schicksal von Milliarden anhand von Einzelpersonen begreifbar zu machen, dies gelingt aber nur selten. Unter die Haut gehen vielleicht drei kurze Szenen, der Rest ist übertrieben, pathetisch oder einfach nur dumm.

Insofern ist 2012 Popcorn-Kino par excellence, das Spaß machen kann, wenn man es schafft für die zweieinhalb Stunden nichts zu hinterfragen, was einem da gezeigt wird. Mein „Gut” gilt jedenfalls hauptsächlich der Spezialeffekteabteilung.

Sie sagt: Naja

In einen Roland-Emmerich-Film geht man zugegebenermaßen bereits mit null – ach, wohl eher minus zwölf – Erwartungen. Und daher war ich anfangs sogar positiv überrascht. Nimmt man einmal die Gesetze der Physik und der Logik außer acht und stellt sich auf gigantomanische Bilder einer kreativen Weltzerstörung ein, dann ist der Film für 90 Minuten sogar sehr unterhaltsam. Dann jedoch wird es mühsam: Nachdem die Kernfamilie bereits erfolgreich drei Elementen getrotzt hat, kommt die große böse Welle, die sich jedoch dem kleinen Schicksal unterordnen muss. Und dafür zieht sich die letzte, komplett überflüssige Stunde wie der schönste Strudelteig, der die Story aber dennoch nicht zusammenhalten kann.

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