2012 (2009)
Es gibt vieles, was 2012 nicht ist: Intelligent, realistisch oder profund zum Beispiel. Erwartet sich aber auch niemand von einem Roland-Emmerich-Film, oder? Eines ist er aber schon: Unterhaltsam. Zumindest mit der richtigen Kinobegleitung.
Das Spektakel kommt recht schnell zur Sache. Nachdem diverse Hauptcharaktere oberflächlich und klischeebehaftet eingeführt wurden, kann man schon deren mal mehr, mal weniger erfolgreichen Überlebenskampf bei zahlreichen bombastischen Katastrophenszenarios beobachten. Frei nach dem Motto „Wie oft kann man seine Liebsten mit diversen Fortbewegungsmitteln vor sich just in diesem Moment öffnenden Erdspalten retten?” wiederholt sich alles ein wenig, der Detailreichtum der Desaster lässt es dennoch kurzweilig erscheinen. Zumindest bis zum Showdown, der sich eine gefühlte Ewigkeit nicht vom Fleck bewegt und dem eine Kürzung um 30 Minuten sicherlich gut getan hätte.
So brilliant 2012 in der optischen Darstellung des Weltuntergangs auch ist, die emotionale Ebene geht dabei gleich mit unter. Zwar versucht Emmerich immer wieder das Schicksal von Milliarden anhand von Einzelpersonen begreifbar zu machen, dies gelingt aber nur selten. Unter die Haut gehen vielleicht drei kurze Szenen, der Rest ist übertrieben, pathetisch oder einfach nur dumm.
Insofern ist 2012 Popcorn-Kino par excellence, das Spaß machen kann, wenn man es schafft für die zweieinhalb Stunden nichts zu hinterfragen, was einem da gezeigt wird. Mein „Gut” gilt jedenfalls hauptsächlich der Spezialeffekteabteilung.
In einen Roland-Emmerich-Film geht man zugegebenermaßen bereits mit null – ach, wohl eher minus zwölf – Erwartungen. Und daher war ich anfangs sogar positiv überrascht. Nimmt man einmal die Gesetze der Physik und der Logik außer acht und stellt sich auf gigantomanische Bilder einer kreativen Weltzerstörung ein, dann ist der Film für 90 Minuten sogar sehr unterhaltsam. Dann jedoch wird es mühsam: Nachdem die Kernfamilie bereits erfolgreich drei Elementen getrotzt hat, kommt die große böse Welle, die sich jedoch dem kleinen Schicksal unterordnen muss. Und dafür zieht sich die letzte, komplett überflüssige Stunde wie der schönste Strudelteig, der die Story aber dennoch nicht zusammenhalten kann.






2 Kommentare
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Das einzige das an diesem Film gut ist, sind wirklich die Spezialeffekte. Ansonsten: eine absurde Geschichte.