Er sagt: Sehr gut

Tropic ThunderBen Stiller hatte ich in letzter Zeit mit eher mittelmäßigen Filmen in Zusammenhang gebracht, seine Stimmleihgabe an Madagascars Alex mal ausgenommen. Im Nachhinein betrachtet wundert mich das nicht mehr, denn wer bei einem größeren Filmprojekt wie Tropic Thunder produziert, Regie führt, eine Hauptrolle spielt und das ganze Ding auch noch (mit)schreibt, der kann sich nebenbei einfach nur halbherzig auf andere Unterfangen einlassen. Und in diesem Falle hat sich das durchaus ausgezahlt.

Worum geht’s? Eine Gruppe von Schauspielern, die gerade den teuersten Vietnam-Kriegsfilm aller Zeiten dreht und sich damit nicht gerade leicht tut, wird zum besseren Verständnis von Kriegssituationen mitten im Dschungel ausgesetzt. Und zwar unabsichtlich ausgerechnet in ein Anbaugebiet einer Drogenbande (Stichwort Goldenes Dreieck). Während dadurch für diese Schauspieler aus Spaß schnell Ernst wird, fängt der Spaß hier für den Zuseher erst so richtig an.

In den 107, übrigens „R”-rated, Minuten werden aber nur vordergründig sämtliche Kriegsfilme durch den Kakao gezogen, tatsächlich vorgeführt wird gleich die gesamte Filmbranche mitsamt ihren Studiobossen, Klischees, ihrer Gier und ihrem Umgang mit Menschen und deren Leid(en).

Herr Stiller hat sich dafür auch nicht gerade wenig Verstärkung geholt. Von den Cameos, derer es nicht gerade wenig gibt, mal abgesehen, wäre da zum Beispiel Jack Black, der als drogensüchtiger Comedian auf Zwangsentzug wieder einmal vollen Körpereinsatz zeigt. Des Weiteren beweist ein wunderbarer Robert Downey Jr. erneut, dass er nicht nur ein genialer Schaupieler, sondern auch ein hervorragender Komödiant ist. Als Kirk Lazarus, australischer Über-Mime, der sich für die Rolle im Vietnamfilm extra die Haut dunkel färben lies, fällt er nie aus der Rolle und klopft einen klischeebeladenen Spruch nach dem anderen. Ein Fest für Augen und Ohren. ;-)

Für mich hätte es an manchen Stellen ruhig etwas bissiger sein können, aber ich hatte sehr viel Spaß im Kino, deswegen gibt es von meiner Seite mit ruhigem Gewissen ein „Sehr gut”.

Sie sagt: Gut

Ja, was wird sie denn hier schreiben? ;-)

Ja, eine gute Frage, mein lieber OmU-Partner: Was hast Du mir denn überhaupt gelassen, was Du noch nicht angeführt hast? Der Panda sah unecht aus, so, das wars! ;-)

Na gut, was kann ich noch zu diesem Ben Stiller-Oeuvre sagen, der mich wirklich mehrmals lauthals zum Lachen brachte. Das mir einmal ordentlich das Lachen im Hals steckenblieb, ob der Härte, die eine ganz gewisse Szene beinhaltet. Mit dem durchaus überraschenden Abgang des Regisseurs habe ich in dieser Weise absolut nicht gerechnet.

Und natürlich wäre der Film nichts ohne seine grandiose Cast – allen voran Ben Stillers Ärmel. Robert Downey Jr. ist gewohnt gut und in exzellenter Spiellaune. Die merkt man aber allen Teilnehmenden an und deren Spaß überträgt sich dann auch auf das gesamte Kinopublikum. Dass Tom Cruise sich ebenso beteiligt hat, dürfte ja mittlerweile nun wirklich kein Geheimnis mehr sein. Und man kann nur sagen: In den letzten Jahren wohl sein einzig guter Karriereschritt.

Ach ja, noch ein Tipp: Plaudert nicht zu lange während der Werbung. Ihr könntet etwas verpassen. Nämlich den furiosen Einstieg mit einem – Achtung Spoiler! – entzückend lipglossigen Tobey Maguire.