Alle Beiträge zu „Thriller”

29.06.09

State of Play (2009)

Er sagt: Gut

State Of Play PosterSolides Handwerk. Als solches würde ich State of Play bezeichnen. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht.

Dieses Remake der BBC Miniserie aus 2003 bietet im Prinzip alles, was ein Thriller haben muss: Eine halbwegs dichte Story, ein paar Plot-Twists, Spannung und eine gute Besetzung. Während die Plot-Twists für geübte KinogängerInnen nicht unbedingt unvorhersehbar waren, kann sich die Cast wirklich sehen lassen: Russell Crowe, Ben Affleck, Helen Mirren, Jason Bateman, Jeff Daniels, Robin Wright Penn und sogar die mir sonst eher unsympathische Rachel McAdams werten diesen Film ungemein auf. Sehr amüsant sind die Szenen, wo Crowe und Mirren gemeinsam zu sehen sind.

Dennoch kann der Film Genrekollegen wie zum Beispiel Michael Clayton nicht das Wasser reichen, obwohl dessen Autor und Regisseur Tony Gilroy ebenfalls am Drehbuch von State of Play mitgearbeitet hat.

Einzig lächerlich war der eingestreute Handlungsstrang „Online versus Print”, der in folgendem Zitat gipfelte:

„When people read this story, they should have newsprint on their hands.”

Man kann nur vermuten, dass hier Zeitungsverlage unter den Geldgebern waren, denn sonst glaube ich nicht, dass sich so eine dumme Aussage in die sonst guten Dialoge gemischt hätte.

Leider kenne ich die BBC Serie nicht, hat sie wer gesehen und kann beide vergleichen?

Sie sagt: Gut

State of PlayCal McAffrey alias Russell Crowe ist Typus Journalist “alter Hase” wie er im Lehrbuch für DrehbuchautorInnen steht. Kein Polizist, keine Gerichtsmedizinerin, den oder die er nicht kennt und welche ihn zuverlässig mit Informationen versorgen. Auftritt Della Frye alias Rachel McAdams: Der junge Hüpfer, noch dazu nicht dem einzig wahren, ehrwürdigen Print-Journalismus verschrieben, sondern schnöde Bloggerin. Dennoch arbeitet gerade jene an einer Story über ein Skandälchen in der Washingtoner Politik, die zu einer wahren Lawine an Intrigen und Morden anwächst und nun natürlich der Mithilfe des alten Rammlers bedarf.

Doch genug der Nagerkunde. Herausgekommen ist ein recht ordentlicher Thriller, der zugegebenermaßen nicht allzu überrascht. Eher freut man sich und fühlt sich bestätigt, den nächsten Twist jeweils im Vorhinein zu erahnen.

Wirklich funkeln tut jedoch die Besetzungsliste – selbst kleine Nebenrollen sind hochkarätig besetzt und Helen Mirren bei der Arbeit zu zusehen erfreut einfach immer das Auge. Und bei ihr auch die anglophilen Ohren. Apropos: Herr Crowe hätte in diesem Film übrigens einen Iren geben sollen, aber abgesehen von seinem präsentierten Musik- und Getränkegeschmack, lässt sich dies am Dialekt jedenfall nicht ausmachen.

2 Bewertungen (2.50 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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10.11.08

Quantum of Solace (2008)

Er sagt: Sehr gut

Quantum of SolaceQuantum of Solace fängt fulminant an und stellt dabei sogar die rasante Anfangssequenz von Casino Royale in den Schatten, was wirklich keine leichte Aufgabe gewesen sein kann. Das schöne an diesem Film ist, dass er dieses Tempo nahezu über den gesamten Film hält und es nur ein paar Mal zum Luftholen drosselt.

Zum ersten Mal in der Geschichte von 007 sollte man den vorherigen Film gesehen haben, damit man diesen, vor allem aber die Motivationen der einzelnen Figuren, wirklich versteht und nicht zuletzt, weil er tatsächlich genau dort anfängt, wo Casino Royale aufhörte. Die erfolgreiche Bourne-Trilogie ist an diesem Bond-Novum sicherlich nicht ganz unbeteiligt.

Quantum ist kälter und härter als sein Vorgänger, was der Charakterzeichnung des neuen James Bond äußerst gut tut, allerdings fehlte mir ein bisschen mehr Witz als Ausgleich. Ein paar coole One-Liner sind schon dabei, aber soetwas wie die typischen Geplänkel zwischen Bond und Q fehlen, wie Q selbst, komplett. Ich möchte Q zurück! ;-) An den anderen Bond-typischen Attributen wie den schönen Frauen oder den vielfältigen Schauplätzen inklusive traumhafter Landschaftsaufnahmen mangelt es Quantum allerdings wirklich nicht.

Alles in allem ist Quantum of Solace ein atemberaubender Actionfilm und eine würdige Fortsetzung, auch wenn er – wie gesagt – ruhig noch etwas mehr Bond-typisch sein könnte. Der Regisseur Marc Forster hat damit jedenfalls nach eher ruhigeren, emotionaleren Filmen auch im Actionfach ein durchaus geschicktes Händchen bewiesen. Das traditionelle „Bond will return” am Ende des Abspanns lässt mich schon wieder ungeduldig werden.

Sie sagt: Sehr gut

Quantum of SolaceFrankly, I´ve been blown away! Das hat natürlich auch mit gewissen Erwartungen zu tun, denn ich bin bestimmt nicht der weltgrößte Bond-Fan und so gerne ich die Reihe als Kind mit der gesamten Familie gesehen habe, so wenig interessierten mich später zum Beispiel die Filme mit dem glatten Herrn Brosnan.

Hier hatte ich jedoch eher das Gefühl Die Hard 5 anzusehen, womit Quantum of Solace mehr Ähnlichkeiten aufweist als all seine feinmaschigen Vorgänger (womit ich nicht sagen will, dass Tom Ford nicht ganze Arbeit geleistet hat, um Daniel Craig nur das Beste auf den durchtrainierten Leib zu schneidern). Die Action ist auf jeden Fall atemberaubend. Man kommt zu keiner Zeit zur Ruhe, der Adrenalinspiegel schwappt zuweilen über. Denn solange Bond nicht verschnaufen kann, tut es sein Publikum auch nicht.

Die extrem körpernahe Kameraführung, die uns unmittelbar ins Geschehen zieht und die wunderbaren Gegenschnitte (mit den jeweiligen lokalen Attraktionen an den wieder einmal mehr als sehenswerten Locations) tun ihr Übriges um den Augen ein gelungenes Spektakel zu bieten.

Und dem Filmgott seis gedankt: Auch der Bösewicht hat in dieser zweiten Ausgabe von Craig als 007 mehr Format als sein Erstlinsgwerk. Und wir wissen alle, dass die Übeltäter noch viel spannender sein können, als die Guten. Das ist jedoch nicht unbedingt Mathieu Amalric zu verdanken, dieser personifiziert das viel Bösere nur. Denn viel größer versteckt sich dahinter eine weltumspannende Organisation, die uns zarte Paranoia und bestimmt noch einige Fortsetzungen bescheren wird.

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29.07.08

The X-Files: I Want to Believe (2008)

Sie sagt: Naja

The X-Files: I Want to BelieveIch habe die Serie geliebt. Zwar nicht mehr die späteren Staffeln, als es dann nur mehr um Verschwörung ging, aber die X-Akten waren ein Fixpunkt jede Woche, den man gemeinsam zelebriert hat.

Und nun ist der zweite Film in die Kinos gekommen und ich bin mir nicht ganz sicher, was ich da eben gesehen habe. Verschwörungtheorien fehlen zum ersten völlig – meiner Meinung nach nicht das Schlechteste. Aber auch Mystery ist nicht wirklich ein Thema. Was hat eine „normale” Geschichte in einem X-Akten-Ordner zu suchen? Natürlich gibt es da einen zwielichtigen Mann mit obskuren Visionen (Billy Connolly, langelockt wie eh und je und viel zu sympathisch für den Charakter) und die Grundgeschichte ist etwas obskur – aber in unserer kranken Welt dennoch nichts Außergewöhnliches geschweige denn Außerirdisches.

Jedoch das größte Manko des Films stellt mit Sicherheit das Drehbuch dar: Chris Carter (ebenso Regie) und Frank Spotnitz hätten bei ihren Leisten bleiben sollen, denn für eine Serienfolge hätte die Storyline wohl ausgereicht, aber in die Spielfilmlänge gezogen, wird die an sich schon dünne Geschichte immer löchriger und fragwürdiger. Logikfehler, viel zu simple Lösungswege und vor allem völlig überflüssige Dialoge sind die Folge. Am meisten schmerzen die Unterhaltungen zwischen Mulder und Scully, denn sie wollen vielsagend und bedeutungsschwanger sein, sind aber nur leere Worthülsen, die bald langweilig werden.

Ganz knapp schrammt dieses Ouvre an der schlechtesten Bewertung vorbei, aber nur da Film Nummer 1 eben noch schlimmer war und diese Punktezahl eher verdient hat. Und weil ihnen doch eine wirklich gute Überraschung gelungen ist.

Er sagt: Naja

Ich muss gestehen, ich habe die Serie damals nicht bis zum bitteren Ende begleitet, sondern bin kurz nach David Duchovnys Ausscheiden ebenfalls vom Zug gesprungen, auch wenn Robert Patrick als Mulders Nachfolger Agent Doggett wirklich gute Arbeit abgeliefert hatte. Davor war ich allerdings lange Zeit begeisterter Hobby-Agent. Die X-Files standen für Mysterien, Mythen und Geheimniskrämerei und während man sich in der Serie noch mit Übersinnlichem beschäftige, so driftet dieser Film leider eher ins Unsinnige ab. Das einzige mysteriöse und unerklärbare an diesem Film ist, wie er jemals in dieser Form zustande kommen konnte.

„I Want to Believe” ist das Motto des mittlerweile zweiten Leinwand-Abenteuers von Mulder und Scully und der Glaube spielt hier wirklich eine große, wenn nicht sogar eine übertriebene Rolle. Ich möchte auch glauben. Ich möchte glauben, dass Menschen, die jahrelang gute Geschichten erzählen konnten, Besseres auf die Leinwand zaubern hätten können, als dieses Ergebnis. Der Weg, den Chris Carter eingeschlagen hatte, wäre ja nicht der schlechteste gewesen: Eine etwas bodenständigere Geschichte als zuvor, tiefere Einblicke in die Psyche der Hauptcharaktere und ein stärkerer Fokus auf die Beziehung zwischen ihnen.

Seine Mischung wirkt allerdings unausgegoren, oberflächlich und schlichtweg gewöhnlich – in meinen Augen nicht mal eines TV-Specials würdig. Ein wirklich seltsamer Abspann trägt zusätzlich zu diesem Eindruck bei. Diese Akte kann getrost geschlossen und weggesperrt werden.

5 Bewertungen (2.20 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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