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07.09.08

30 Rock (Season 1)

Er sagt: Sehr gut

30 Rock

Wer schon immer wissen wollte, wie wahnsinnig es hinter den Kulissen bei der Produktion einer TV-Show zugeht, der sollte sich 30 Rock zu Gemüte führen. Und auch wenn es sich dabei um eine Comedyserie handelt, die alles übertrieben darstellt, so bin ich überzeugt, dass die Realität diesem Portrait doch sehr nahe kommt.

Der Titel der Serie wurde übrigens von der Adresse von NBC Universal in New York City, nämlich 30 Rockefeller Plaza, abgeleitet, wo auch der größte Teil der Handlung stattfindet.

Erdacht hat sich das ganze Tina Fey, bekannt aus Saturday Night Live, die sich damit einen Haufen Arbeit aufgehalst hat, denn sie schreibt nicht nur für die Serie, sondern produziert sie auch und spielt ganz nebenbei die Hauptrolle. Als Liz Lemon glaubt sie auch die Zügel bei der Produktion der fiktiven TV-Show fest in der Hand zu haben und wir dürfen ihr dabei zusehen, wie sie diversen Hindernissen mehr oder weniger (meist aber weniger) geschickt versucht auszuweichen.

Hält sich die Serie in den ersten paar Episoden noch etwas zurück, nimmt sie kurz darauf Fahrt auf und zeigt auch mehr Biss. Einige Folgen strotzen nur so vor Wortwitz, Situationskomik und Seitenhieben. Besonders hervorzuheben ist auch Alec Baldwin, der ja in letzter Zeit eher durch sein Privatleben als durch gute Filme auffiel. In 30 Rock verkörpert er auf grandiose Weise Liz Lemons – sagen wir mal einzigartigen – Chef; aus meiner Sicht eine Traumbesetzung!

Sie sagt: Gut

Nur Gutes liest man über 30 Rock. Dann noch ein Golden Globe da, ein Emmy hier, die Lust, die Serie zu sehen wächst und die Vorfreude ebenso. Endlich die erste Folge: Ganz herzig, tja, eh lieb. Gut, es ist nichts anderes zu „essen” im Haus, als wird lustlos an 2 weiteren Episoden gekaut. Ich hätte mir Alec Baldwin als plötzlich vor die Nase gepfropften neuen Vorgesetzten von Liz Lemon (Tina Fey) bösartiger vorgestellt, der Eddie Murphy-Verschnitt (Tracy Morgan) als neuer Star der fiktiven Produktion nervt eher und auch ansonsten will Tina Feys Aufarbeitung ihrer Saturday Night Live-Zeiten nicht wirklich zünden.

Aber dann auf einmal wird man warm mit den Charakteren (vor allem mit Jack McBrayer als enthusiastischstem Fernseh-Fan aller Zeiten) und es folgt eine scharfzüngigere Geschichte über Product Placement. Und schon haben sie mich. Und schon werden wieder drei bis vier Folgen am Stück gesehen. Ja, 30 Rock ist lustig. Und die diversen Gaststars sind es auch allemal wert.

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01.09.08

Firefly (2002)

Er sagt: Genial!

FireflyAuf einem Raumschiff mit unverwechselbarem Design hat sich aus unterschiedlichsten Gründen eine Crew zusammengefunden, die das Weltall auf der Suche nach meist weniger legalen Transportjobs durchkreuzt, immer ein Auge im Rückspiegel, ob eh nicht plötzlich ein Schlachtschiff der verhassten Allianz auftaucht.

Diese Serie, die nach nur einer Staffel leider viel zu früh abgesetzt wurde, ist eine faszinierende Mischung aus Science-Fiction und Western mit einer gehörigen Portion Spaß und Action.

Die Crew besteht aus interessanten, liebenswerten Charakteren, die alle im Laufe der Serie ihre Vergangenheit erzählen. Herausragend ist allerdings Captain Malcolm Reynolds, wunderbar verkörpert von Nathan Fillion, dessen selbst proklamierte Schnelligkeit mit dem Colt nur von seinem Mundwerk übertroffen wird. Wessen Held Han Solo heißt, wird auch diesen Captain ganz schnell in sein Herz schließen.

Firefly macht großen Spaß, selbst wenn – wie bei mir – Westerns nicht unbedingt zum Lieblingsgenre gehören. Übrigens: Als Wiedergutmachung für die verfrühte Absetzung hat Joss Whedon, der Schöpfer von Firefly, mit dem selben Team drei Jahre später den nach dem Raumschiff benannten Kinofilm Serenity herausgebracht, der die Geschichte des Schiffs und dessen Crew weiterführt. Aber das ist eine andere Geschichte und sollte ein anderes Mal erzählt werden… ;-)

Die eingefleischten Fans geben die Hoffnung nicht auf, der Crew irgendwann noch einmal bei ihrer Arbeit zusehen zu können. Wer gar nicht mehr ohne sie kann, findet vielleicht an den Serenity Comics gefallen.

Sie sagt: Nicht gesehen...
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06.08.08

Californication (Season 1)

Sie sagt: Genial!

CalifornicationDer Titel Californication ist ein Portmanteau, also ein Wort, das die Aussprache und die Bedeutung zweier anderer Wörter kombiniert, in diesem Fall den US-Bundesstaats California und das englische Wort für Unzucht: Fornication.

Und hallo, Unzucht wird in dieser TV-Serie betrieben: Herr Duchovny würde seine – meiner Meinung nach – bisher beste Arbeit seinen eigenen Sprösslingen wohl erst in einigen Jahren präsentieren. Aber diese Unanständigkeiten sind verpackt mit soviel intelligentem Humor, Zynismus und Einfallsreichtum, dass es eine wahre Freude ist. Überhaupt ist die Mischung zwischen Bösartigkeit, tiefer Menschlichkeit und selbstverständlicher Herzlichkeit so wunderbar und fein abgestimmt, wie aus dem Lehrbuch des Bocuse der Fernsehunterhaltung.

Californication schafft es zudem eine exzellente Riege an Darstellern und Darstellerinnen zu vereinen, der es auch nicht an der Lust zu spielen mangelt. Allen voran David Duchovny, der sich vom glatten Fox Mulder endgültig verabschiedet und das sarkastische Herz der Serie bildet in Form von Hank Moody: Einstmals vielgefeierter Autor, nun seiner großen Liebe nachtrauernder, saufender Vater einer reinkarnierten Emily the Strange, der in fast jeder Folge eine andere Dame beglücken darf. Die Auszeichnung mit dem Golden Globe für seine hier dargebotene Leistung ist mehr als verdient. Ach ja – ich habe ja damals zu Akte X-Zeiten nie verstanden, warum ihn manche Leute attraktiv fanden. Ich kann das jetzt überaus gut nachvollziehen! ;-)

Bei der Cast irritierend ist vielleicht auf den ersten Blick ein Wiedersehen mit Madeline Zima, der jüngsten Serientochter aus der Nanny, die nun durchaus – sagen wir mal – erwachsen geworden ist.

Abschließend kann ich nur sagen, ein Glück, dass Californication bereits als DVD erhältlich ist, denn ich möchte nicht wissen, was die Synchronisation diesem Wunderwerk an Wortwitz antut!

Er sagt: Genial!

Hank Moody, ein Mann der alles hatte und irgendwo, irgendwann wieder verlor. Und an allem ist angeblich die Stadt der Engel schuld, in New York war jedenfalls noch alles besser. Statt im Erfolg wird jetzt „in a sea of pointless pussy” gebadet, gemixt mit der einen oder anderen Droge. Dabei ist er ein aufrichtig liebender und fürsorglicher Vater, der – wie von meiner werten Co-Autorin bereits erwähnt – in der getrennt lebenden Mutter (Natascha McElhone) seiner Tocher nach wie vor die Liebe seines Lebens sieht. Hank Moody versucht, die Scherben seines Lebens wieder aufzuklauben und wir dürfen ihm dabei zusehen.

David Duchovny hat offenbar endlich die Rolle gefunden, die ihm auf den Leib geschrieben wurde. Das dürfte der Gute auch sehr früh erkannt haben, immerhin ist er ebenfalls Produzent der Serie. Und schon die allererste Szene gibt bereits den scharfen Ton für die gesamte Staffel vor. Stichwort Kirche, Nonne und ein gewisses Jobangebot (siehe Trailer). ;-)

Es ist sehr erfrischend, wieder einmal eine Serie zu sehen, die nicht für Kinder zurechtgeschnitten wird sondern roh und unverblümt das Leben widerspiegelt. Gut, zumindest Hank Moodys Leben. Und es ist wirklich eine wahre Freude, dieses Leben beobachten zu können. Nur allzu prüde darf man dafür nicht sein.

Hoffentlich machen es die Schreiberlinge dieser wunderbaren Serie Hank Moody nicht nach und verlieren nicht ihren Drive in der zweiten Staffel, die diesen Herbst ins U.S.-Fernsehen kommt.

In Österreich kann man Californication ab 5. September 2008 im ORF genießen, in Deutschland ab „Herbst 2008” auf RTL2 und in der Schweiz läuft die Serie bereits seit 10. Juli 2008 auf SF zwei. Hoffentlich jeweils im Zweikanalton!

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29.07.08

Life On Mars (2006 – 2007)

Er sagt: Sehr gut

Life on MarsNein, bei dieser BBC-Serie geht es nicht um Sciene Fiction, der Titel bezieht sich vielmehr auf David Bowies Klassiker aus den 1970ern, die zentrale Epoche der Handlung.

Ein britischer Polizist namens Sam Tyler (John Simm) aus der Gegenwart wacht nach einem Autounfall im Jahr 1973 wieder auf, nur um verwundert festzustellen, dass er dort ebenfalls Polizist ist. Ziemlich verwirrt versucht er herauszufinden, ob er eigentlich in der Gegenwart im Koma liegt, tatsächlich ein Zeitreisender oder schlichtweg verrückt geworden ist.

In der Zwischenzeit macht er das beste daraus und hilft seinen neuen Kollegen, allen voran ein genialer Philip Glenister als DCI Gene „Gov“ Hunt, bei verschiedensten Fällen. Die eingeschworene Truppe wiederum schätzt den Neuzugang nicht besonders, wie auch dieser Ausschnitt einer -sagen wir mal Meinungsverschiedenheit dazu- zwischen Hunt und Tyler zeigt:

Und genau das macht auch den Spaß dieser Serie aus. Wie bringt man einem Haufen rauher „Coppers” bei, dass Verdächtige auch Rechte haben? Nicht nur einmal verzweifelt Tyler an Hunts altmodischen und brachialen Methoden, sehr zur Belustigung der Zuseher. Und wer die 70er selbst erlebt hat, wird sicher das eine oder andere Mal nostalgisch, nicht nur wegen des zeitgemäßen Soundtracks.

Mittlerweile gibt es übrigens eine Nachfolgeserie namens „Ashes to ashes”, wo es diesmal eine Polizistin unter ähnlich mysteriösen Umständen zu Gene Hunt in die 1980er verschlägt. Mehr dazu später…

Sie sagt: Nicht gesehen...
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