Alle Beiträge zu „Er: Genial!”

10.10.08

WALL•E (2008)

Sie sagt: Sehr gut

WALL•ENicht nur Roboter können sich scheins verlieben, nein auch Menschen können sich in Roboter verlieben. Und das sogar mittlerweile hordenweise. Aber wie könnte man WALL•E auch widerstehen? Glaubt mir, Ihr habt keine Chance.

Denn WALL•E, der Film, ist nicht nur entzückend, absolut herzerwärmend und liebenswert, sondern auch intelligent, zynisch und kritisch. Jedoch verbindet er dies überaus charmant und auf höchstem, technischem Niveau.

Die Menschen kommen auf jeden Fall nicht wirklich gut weg in Pixars neuestem Meisterwerk. Denn sie haben die Erde schließlich doch erfolgreich zerstört, sind ins All geflüchtet und haben eine riesige Müllhalde hinterlassen, die nun von abertausenden WALL•Es (Waste Allocation Load Lifter – Earth-Class) wieder aufgeräumt werden soll. Nach 700 Jahren jedoch sind auch diese eingegangen und nur ein kleiner Roboter trotzt noch den Unwidrigkeiten unseres futuristischen Planeten und werkt eifrig weiter.

Durch eine Suchaktion gelangt dieser letzte WALL•E, unser Held, dann eines Tages auf die entfernte Raumstation der Menschen, die nun völlig degeneriert sind und nicht einmal mehr selbstständig laufen können. Doch die Menschen sind dem kleinen Roboter egal, er hat sich hemmungslos in EVE (Extraterrestrial Vegetation Evaluator ), einen glänzend schönen Suchroboter, verliebt. Und diese große Liebe bringt sehr bald alles in Bewegung.

Ach ja, und natürlich gibt es auch erneut einen furiosen Vorfilm: Presto. Schön, dass sich Pixar dieser Tradition wieder besonnen hat.

Er sagt: Genial!

WALL•E lädt sich aufWALL•E ist definitiv der liebenswürdigste Roboter nach R2-D2 (wer diesen Link jetzt tatsächlich gebraucht hat, sollte sich schämen!! ;-) ) auch wenn er optisch vielmehr an Number 5 aus Short Circuit erinnert.

Mich hat dieser Film wieder wie ein kleines Kind staunen lassen, obwohl die Hintergrundgeschichte, Stichwort zerstörte Erde, eigentlich mehr als bitter ist. WALL•E bleibt aber von dieser Trostlosigkeit ziemlich unbeeindruckt, hat er doch nur Augen für EVE und löst trotzdem, oder deswegen, komplett unschuldig quasi im Vorbeifahren bei vielen Menschen und Maschinen etwas Positives aus.

Beeindruckend fand ich, wie viel Emotion fast hauptsächlich durch mechanische Körpersprache transportiert werden kann. Nachdem beinahe alle Roboter in diesem Film nur mit sehr unterentwickelten Sprachorganen bestückt wurden, liest man ihren Gemütszustand überwiegend an ihren Körperhaltungen ab, die von den Animatoren mit sehr, sehr viel Liebe zum Detail realisiert wurden. Samy Molcho hätte wohl seine wahre Freude daran. EVE kommuniziert zum Beispiel fast ausschließlich mit Ihren Augen und lässt dabei keine Fragen offen, was ihr gerade durch den auf Hochglanz polierten Kopf geht.

Auch die Regiearbeit wirkt frischer und moderner als bei anderen Animationsfilmen. Nette Kamerafahrten, mehr Spielereien mit Tiefenschärfe, alles wirkt realistischer, obwohl dieser Anspruch optisch gar nicht gestellt wird. Jedenfalls fühlt man sich als Zuseher der Geschichte dadurch sehr viel näher. Und das nicht nur, weil für Apple-Nutzer einige nette Szenen dabei sind. ;-)

Spannend ist übrigens auch der Abspann, der die Geschichte anhand verschiedener Zeichenstile weitererzählt und zum Schluss sozusagen im Schnelldurchlauf die ganze Story im Pixeldesign der Computerspiele der frühen 1990er noch einmal durchspielt. Mein Prädikat: Von der ersten bis zur letzten Sekunde sehenswert!

5 Bewertungen (4.80 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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01.09.08

Firefly (2002)

Er sagt: Genial!

FireflyAuf einem Raumschiff mit unverwechselbarem Design hat sich aus unterschiedlichsten Gründen eine Crew zusammengefunden, die das Weltall auf der Suche nach meist weniger legalen Transportjobs durchkreuzt, immer ein Auge im Rückspiegel, ob eh nicht plötzlich ein Schlachtschiff der verhassten Allianz auftaucht.

Diese Serie, die nach nur einer Staffel leider viel zu früh abgesetzt wurde, ist eine faszinierende Mischung aus Science-Fiction und Western mit einer gehörigen Portion Spaß und Action.

Die Crew besteht aus interessanten, liebenswerten Charakteren, die alle im Laufe der Serie ihre Vergangenheit erzählen. Herausragend ist allerdings Captain Malcolm Reynolds, wunderbar verkörpert von Nathan Fillion, dessen selbst proklamierte Schnelligkeit mit dem Colt nur von seinem Mundwerk übertroffen wird. Wessen Held Han Solo heißt, wird auch diesen Captain ganz schnell in sein Herz schließen.

Firefly macht großen Spaß, selbst wenn – wie bei mir – Westerns nicht unbedingt zum Lieblingsgenre gehören. Übrigens: Als Wiedergutmachung für die verfrühte Absetzung hat Joss Whedon, der Schöpfer von Firefly, mit dem selben Team drei Jahre später den nach dem Raumschiff benannten Kinofilm Serenity herausgebracht, der die Geschichte des Schiffs und dessen Crew weiterführt. Aber das ist eine andere Geschichte und sollte ein anderes Mal erzählt werden… ;-)

Die eingefleischten Fans geben die Hoffnung nicht auf, der Crew irgendwann noch einmal bei ihrer Arbeit zusehen zu können. Wer gar nicht mehr ohne sie kann, findet vielleicht an den Serenity Comics gefallen.

Sie sagt: Nicht gesehen...
4 Bewertungen (5.00 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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22.08.08

The Dark Knight (2008)

Sie sagt: Sehr gut

The Dark Knight PosterWenn jemand vorhatte seine Kinder in diesen Film mitzunehmen – vergesst es! Denn dieser Film ist roh und düster. Viel düsterer als all seine Anverwandten, die sich auch mit der Fledermaus beschäftigten. Und das tut dem Film gut, denn er ist bei weitem der Beste der Serie, auch wenn er sich kaum mit Tim Burtons Heransgehensweise vergleichen lässt. Die Missgeburten von Joel Schuhmacher klammere ich hier gedanklich sowieso aus. Wenn man den Film in die Superhelden-Kategorie stecken will, ist er bestimmt der Bedrückendste, denn keine einzige Figur bleibt verschont.

Ein wesentliches Merkmal an The Dark Knight ist seine Nähe zur Realität. Es sind keine megalomanischen Bauten mehr zu sehen, die Gotham City repräsentieren, sondern eine normale Großstadt. Die Figuren agieren nachvollziehbar und menschlich. Selbst der Joker ist einfach eine zerstörte Seele, dessen Moral völlig verdreht wurde.

Und Heath Ledgers Darstellung des Über-Bösewichts ist das dunkle Herz der Geschichte. Absolut verstörend, manisch, kaltblütig und furchterregend clever, fasziniert und brilliert er in sämtlichen Szenen. Selten ging ich wie hier gleichzeitig traurig und zufrieden aus dem Kino. Heath Ledgers Leistung verdient absolut jedes einzelne Lob, das hierfür ausgesprochen wurde.

Aber die gesamte Cast ist ausgezeichnet und bis in kleinste Rollen hervorragend besetzt. Allen voran Morgan Freeman (sehr schön sein kleiner Seitenhieb auf die heute so gängige Datensammelwut), Michael Cain und Aaron Eckhart.

Weil es immer heißt, es gäbe keine guten Fortsetzungen oder zweite Teile: Dies ist Das Imperium schlägt zurück der Batman-Reihe, Der Pate – Teil II der Comicverfilmungen.

Er sagt: Genial!

The Dark Knight: The JokerMir persönlich war Batman in den Comics selten düster genug, daher war ich von Tim Burtons filmischer Umsetzung vor mittlerweile fast 20 Jahren begeistert und ebenso entsetzt, was dann von Joel Schumacher daraus gemacht wurde. Batman Begins erzählte dann endlich die Geschichte meines Batmans und The Dark Knight führt sie perfekt fort.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass jemand mit einem anderen (oder keinem) Bezug zu dieser Comicfigur mit The Dark Knight so seine Probleme hat. Der Film ist lang, depressiv und erzählt viele einzelne Handlungsfäden, meine Erwartungen hat er jedenfalls alle übertroffen.

Heath Ledger ist als Joker in diesem Film tatsächlich eine Naturgewalt, er spielt nicht, sondern ist Mensch gewordenes Chaos. Mit diesem Film hat er sich selbst ein gewaltiges Denkmal für seine leider viel zu kurze Karriere gesetzt. Aber auch wenn der Joker heraussticht, so wird jeder einzelne Charakter mit einer faszinierenden Intensität gespielt, die ich in so einer geballten Ladung noch selten gesehen habe.

The Dark Knight ist beklemmend und dunkel, finsterer, als es sich Tim Burton wohl je erträumen hätte können. Es wird ab der ersten Minute sukzessiv Spannung aufgebaut, von der man sich auch in den spärlichen humorvolleren Szenen kaum erholt. Nach dem Kino war ich jedenfalls erschöpft, deprimiert und erfüllt zugleich. Brutalere Szenen wurden zwar mehr oder weniger geschickt geschnitten, aber Kinder bekommen von diesem Film trotzdem garantiert Albträume.

Auch die Filmmusik will ich nicht unterschlagen. In der erneuten Kollaboration von James Newton Howard und Hans Zimmer wurden die Themen aus Batman Begins übernommen, aber oft mit finsteren Akkorden oder fiesen Industrial-Sounds unterlegt, was unmittelbar zur Stimmung des Films beiträgt.

Ich hoffe und freue mich also auf ein weiteres Wiedersehen mit Batman, das hoffentlich schon sehr bald realisiert wird.

9 Bewertungen (4.33 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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06.08.08

Californication (Season 1)

Sie sagt: Genial!

CalifornicationDer Titel Californication ist ein Portmanteau, also ein Wort, das die Aussprache und die Bedeutung zweier anderer Wörter kombiniert, in diesem Fall den US-Bundesstaats California und das englische Wort für Unzucht: Fornication.

Und hallo, Unzucht wird in dieser TV-Serie betrieben: Herr Duchovny würde seine – meiner Meinung nach – bisher beste Arbeit seinen eigenen Sprösslingen wohl erst in einigen Jahren präsentieren. Aber diese Unanständigkeiten sind verpackt mit soviel intelligentem Humor, Zynismus und Einfallsreichtum, dass es eine wahre Freude ist. Überhaupt ist die Mischung zwischen Bösartigkeit, tiefer Menschlichkeit und selbstverständlicher Herzlichkeit so wunderbar und fein abgestimmt, wie aus dem Lehrbuch des Bocuse der Fernsehunterhaltung.

Californication schafft es zudem eine exzellente Riege an Darstellern und Darstellerinnen zu vereinen, der es auch nicht an der Lust zu spielen mangelt. Allen voran David Duchovny, der sich vom glatten Fox Mulder endgültig verabschiedet und das sarkastische Herz der Serie bildet in Form von Hank Moody: Einstmals vielgefeierter Autor, nun seiner großen Liebe nachtrauernder, saufender Vater einer reinkarnierten Emily the Strange, der in fast jeder Folge eine andere Dame beglücken darf. Die Auszeichnung mit dem Golden Globe für seine hier dargebotene Leistung ist mehr als verdient. Ach ja – ich habe ja damals zu Akte X-Zeiten nie verstanden, warum ihn manche Leute attraktiv fanden. Ich kann das jetzt überaus gut nachvollziehen! ;-)

Bei der Cast irritierend ist vielleicht auf den ersten Blick ein Wiedersehen mit Madeline Zima, der jüngsten Serientochter aus der Nanny, die nun durchaus – sagen wir mal – erwachsen geworden ist.

Abschließend kann ich nur sagen, ein Glück, dass Californication bereits als DVD erhältlich ist, denn ich möchte nicht wissen, was die Synchronisation diesem Wunderwerk an Wortwitz antut!

Er sagt: Genial!

Hank Moody, ein Mann der alles hatte und irgendwo, irgendwann wieder verlor. Und an allem ist angeblich die Stadt der Engel schuld, in New York war jedenfalls noch alles besser. Statt im Erfolg wird jetzt „in a sea of pointless pussy” gebadet, gemixt mit der einen oder anderen Droge. Dabei ist er ein aufrichtig liebender und fürsorglicher Vater, der – wie von meiner werten Co-Autorin bereits erwähnt – in der getrennt lebenden Mutter (Natascha McElhone) seiner Tocher nach wie vor die Liebe seines Lebens sieht. Hank Moody versucht, die Scherben seines Lebens wieder aufzuklauben und wir dürfen ihm dabei zusehen.

David Duchovny hat offenbar endlich die Rolle gefunden, die ihm auf den Leib geschrieben wurde. Das dürfte der Gute auch sehr früh erkannt haben, immerhin ist er ebenfalls Produzent der Serie. Und schon die allererste Szene gibt bereits den scharfen Ton für die gesamte Staffel vor. Stichwort Kirche, Nonne und ein gewisses Jobangebot (siehe Trailer). ;-)

Es ist sehr erfrischend, wieder einmal eine Serie zu sehen, die nicht für Kinder zurechtgeschnitten wird sondern roh und unverblümt das Leben widerspiegelt. Gut, zumindest Hank Moodys Leben. Und es ist wirklich eine wahre Freude, dieses Leben beobachten zu können. Nur allzu prüde darf man dafür nicht sein.

Hoffentlich machen es die Schreiberlinge dieser wunderbaren Serie Hank Moody nicht nach und verlieren nicht ihren Drive in der zweiten Staffel, die diesen Herbst ins U.S.-Fernsehen kommt.

In Österreich kann man Californication ab 5. September 2008 im ORF genießen, in Deutschland ab „Herbst 2008” auf RTL2 und in der Schweiz läuft die Serie bereits seit 10. Juli 2008 auf SF zwei. Hoffentlich jeweils im Zweikanalton!

3 Bewertungen (4.00 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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