Alle Beiträge zu „Er: Gut”

08.12.09

2012 (2009)

Er sagt: Gut

2012Es gibt vieles, was 2012 nicht ist: Intelligent, realistisch oder profund zum Beispiel. Erwartet sich aber auch niemand von einem Roland-Emmerich-Film, oder? Eines ist er aber schon: Unterhaltsam. Zumindest mit der richtigen Kinobegleitung.

Das Spektakel kommt recht schnell zur Sache. Nachdem diverse Hauptcharaktere oberflächlich und klischeebehaftet eingeführt wurden, kann man schon deren mal mehr, mal weniger erfolgreichen Überlebenskampf bei zahlreichen bombastischen Katastrophenszenarios beobachten. Frei nach dem Motto „Wie oft kann man seine Liebsten mit diversen Fortbewegungsmitteln vor sich just in diesem Moment öffnenden Erdspalten retten?” wiederholt sich alles ein wenig, der Detailreichtum der Desaster lässt es dennoch kurzweilig erscheinen. Zumindest bis zum Showdown, der sich eine gefühlte Ewigkeit nicht vom Fleck bewegt und dem eine Kürzung um 30 Minuten sicherlich gut getan hätte.

So brilliant 2012 in der optischen Darstellung des Weltuntergangs auch ist, die emotionale Ebene geht dabei gleich mit unter. Zwar versucht Emmerich immer wieder das Schicksal von Milliarden anhand von Einzelpersonen begreifbar zu machen, dies gelingt aber nur selten. Unter die Haut gehen vielleicht drei kurze Szenen, der Rest ist übertrieben, pathetisch oder einfach nur dumm.

Insofern ist 2012 Popcorn-Kino par excellence, das Spaß machen kann, wenn man es schafft für die zweieinhalb Stunden nichts zu hinterfragen, was einem da gezeigt wird. Mein „Gut” gilt jedenfalls hauptsächlich der Spezialeffekteabteilung.

Sie sagt: Naja

In einen Roland-Emmerich-Film geht man zugegebenermaßen bereits mit null – ach, wohl eher minus zwölf – Erwartungen. Und daher war ich anfangs sogar positiv überrascht. Nimmt man einmal die Gesetze der Physik und der Logik außer acht und stellt sich auf gigantomanische Bilder einer kreativen Weltzerstörung ein, dann ist der Film für 90 Minuten sogar sehr unterhaltsam. Dann jedoch wird es mühsam: Nachdem die Kernfamilie bereits erfolgreich drei Elementen getrotzt hat, kommt die große böse Welle, die sich jedoch dem kleinen Schicksal unterordnen muss. Und dafür zieht sich die letzte, komplett überflüssige Stunde wie der schönste Strudelteig, der die Story aber dennoch nicht zusammenhalten kann.

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29.06.09

State of Play (2009)

Er sagt: Gut

State Of Play PosterSolides Handwerk. Als solches würde ich State of Play bezeichnen. Nicht herausragend, aber auch nicht schlecht.

Dieses Remake der BBC Miniserie aus 2003 bietet im Prinzip alles, was ein Thriller haben muss: Eine halbwegs dichte Story, ein paar Plot-Twists, Spannung und eine gute Besetzung. Während die Plot-Twists für geübte KinogängerInnen nicht unbedingt unvorhersehbar waren, kann sich die Cast wirklich sehen lassen: Russell Crowe, Ben Affleck, Helen Mirren, Jason Bateman, Jeff Daniels, Robin Wright Penn und sogar die mir sonst eher unsympathische Rachel McAdams werten diesen Film ungemein auf. Sehr amüsant sind die Szenen, wo Crowe und Mirren gemeinsam zu sehen sind.

Dennoch kann der Film Genrekollegen wie zum Beispiel Michael Clayton nicht das Wasser reichen, obwohl dessen Autor und Regisseur Tony Gilroy ebenfalls am Drehbuch von State of Play mitgearbeitet hat.

Einzig lächerlich war der eingestreute Handlungsstrang „Online versus Print”, der in folgendem Zitat gipfelte:

„When people read this story, they should have newsprint on their hands.”

Man kann nur vermuten, dass hier Zeitungsverlage unter den Geldgebern waren, denn sonst glaube ich nicht, dass sich so eine dumme Aussage in die sonst guten Dialoge gemischt hätte.

Leider kenne ich die BBC Serie nicht, hat sie wer gesehen und kann beide vergleichen?

Sie sagt: Gut

State of PlayCal McAffrey alias Russell Crowe ist Typus Journalist “alter Hase” wie er im Lehrbuch für DrehbuchautorInnen steht. Kein Polizist, keine Gerichtsmedizinerin, den oder die er nicht kennt und welche ihn zuverlässig mit Informationen versorgen. Auftritt Della Frye alias Rachel McAdams: Der junge Hüpfer, noch dazu nicht dem einzig wahren, ehrwürdigen Print-Journalismus verschrieben, sondern schnöde Bloggerin. Dennoch arbeitet gerade jene an einer Story über ein Skandälchen in der Washingtoner Politik, die zu einer wahren Lawine an Intrigen und Morden anwächst und nun natürlich der Mithilfe des alten Rammlers bedarf.

Doch genug der Nagerkunde. Herausgekommen ist ein recht ordentlicher Thriller, der zugegebenermaßen nicht allzu überrascht. Eher freut man sich und fühlt sich bestätigt, den nächsten Twist jeweils im Vorhinein zu erahnen.

Wirklich funkeln tut jedoch die Besetzungsliste – selbst kleine Nebenrollen sind hochkarätig besetzt und Helen Mirren bei der Arbeit zu zusehen erfreut einfach immer das Auge. Und bei ihr auch die anglophilen Ohren. Apropos: Herr Crowe hätte in diesem Film übrigens einen Iren geben sollen, aber abgesehen von seinem präsentierten Musik- und Getränkegeschmack, lässt sich dies am Dialekt jedenfall nicht ausmachen.

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12.08.08

Forgetting Sarah Marshall (2008)

Er sagt: Gut

Forgetting Sarah MarshallAls Peter Bretter unerwartet von seiner Freundin, der Seriendarstellerin Sarah Marshall (Kristen Bell), verlassen wird, fällt er in ein tiefes Loch voller Herzschmerz und Selbstmitleid. Er kann sie einfach nicht vergessen, alles erinnert ihn an sie. Auf Anraten seines Stiefbruders, fliegt er auf Urlaub nach Hawaii, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, nichts ahnend, dass seine Ex mit ihrem Neuen ebenfalls im selben Hotel abgestiegen ist.

Forgetting Sarah Marshall ist eine lockere und herzige Komödie von und mit Jason Segel, dessen Erfahrungsschatz Ursprung von so mancher Szene sein soll. Die Charaktere sind durchgehend liebevoll gezeichnet und besitzen auch durch das solide Schauspiel aller Beteiligten genug Tiefgang, um glaub- und liebenswürdig rüberzukommen.

Der Film sorgt jetzt nicht für ständige Bauchkrämpfe vor lachen, aber diesen Anspruch stellt er in meinen Augen auch gar nicht. Auf jeden Fall ist er ein gelungenes Schreib-Debut von Herrn Segel und genau das Richtige für ein verregnetes Wochenende.

Sie sagt: Gut

Wieder ein Film, der völlig falsche Erwartungen in mir geweckt hat. Denn Forgetting Sarah Marshall ist kein Schenkelklopfer, wie der Trailer es vermuten lassen könnte. Ein nettes Filmchen, mit teils gelungenen, teils weniger gelungenen Witzchen. Prädikat: Unterhaltsam und tut nicht weh – bleibt aber auch nicht in Erinnerung, weswegen ich leider nicht mehr dazu zu schreiben weiß! Somit eigentlich ein perfekt gewählter Filmtitel! ;-)

Ach ja, die Sache mit dem Schwein hätten sie sich sparen können…

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07.08.08

Paris (2008)

Sie sagt: Naja

ParisEine Hommage an Paris, ein Episodenfilm, eine talentierte Schauspielriege (darunter Juliette Binoche) – da sollte doch in Cédric Klapischs Film Paris (deutscher Titel: So ist Paris) nichts mehr schief gehen können. Aber es ist einem egal, dass ein Kind geboren wird, eine Frau stirbt und sogar, dass die Hauptrolle (Romain Duris) einem ungewissen Ende entgegen fährt, lässt einen seltsam kalt. Und das ist wohl das Schlimmste, was einem Film, der uns die Menschen und Schicksale einer Stadt näherbringen will, passieren kann.

Manchmal fühlt man sich eher peinlich berührt, wenn eine geplante Liebesnacht ohne Gefühle Protagonist und Protagonistin unangenehm ist oder wenn sich ein alter Universitätsprofessor im Liebestaumel für seine jugendliche Studentin lächerlich macht, windet man sich sogar im Kinosessel.

Vielleicht sind die Episoden doch zu streiflichtartig und können den Figuren so nicht genug Tiefe verleihen. Vielleicht wollte der Regisseur auch zuviel in einen Film verpacken. Aber Klapisch gelang dies zuvor schon so wunderbar und entzückend mit seinem Spielfilmdebüt Chacun cherche son chat (Und jeder sucht sein Kätzchen). Möge er wieder zu seiner alten Form zurückfinden, damit die Liebe, die er in all seinen Facetten beschreiben will, auch auf das Publikum überspringt.

Er sagt: Gut

Pierre darf dank eines akuten Herzleidens nicht mehr tanzen und verbringt die Wartezeit auf die Transplantation damit, andere Menschen vom Fenster oder Balkon aus zu beobachten. Und schon begleiten wir diese Menschen ebenfalls auf ihren Wegen durch den Wirrwarr aus Leben, Liebe und Tod.

Manche Charaktere sind einem näher als andere, manche Episoden sind interessanter als andere. Herausragend sind sie aber alle nicht und werden teilweise nur von der schauspielerischen Leistung der Protagonisten durchgetragen.

Ich wünschte, ich könnte hier eine Bewertung zwischen „Naja“ und „Gut” angeben, denn diese wäre hier meiner Meinung nach angebracht. Ich werde aber in diesem Fall im Zweifel für den Angeklagten walten und ein „Gut” geben, da ich nach dem Kinobesuch nicht das Gefühl hatte gelangweilt worden zu sein geschweige denn mein Geld verschwendet zu haben.

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05.08.08

Batman: Gotham Knight (2008)

Er sagt: Gut

Batman Gotham KnightWer sich die Wartezeit zum Kinostart von The Dark Knight etwas verkürzen will, dem sei „Batman: Gotham Knight” ans Herz gelegt. Eine DVD mit sechs gezeichneten Kurzgeschichten von verschiedenen Regisseuren und Künstlern, dementsprechend jeweils mit eigenem Erzähl- und Zeichenstil, schlagen die Brücke zwischen Batman Begins und The Dark Knight.

Die Gebrüder Wachowski haben es zwischen den Matrix-Episoden mit The Animatrix vorgemacht, inzwischen scheint es in Hollywood zum guten Ton zu gehören, die Zeit bis zur Veröffentlichung eines Sequels mit einem Lückenbüßer in Form einer mit Kurzgeschichten bestückten DVD zu füllen.

Wie dem auch sei, mir hat es reichlich Spaß gemacht, den neu er-/gefundenen Batman zu seinen Wurzeln, der Comic-Kunst, zurückkehren zu sehen. Musikalisch stimmungsvoll unterstützt, lernt man neue Aspekte seines Charakters kennen. Warum also kein „Sehr gut” von mir? Eventuell, weil die Zeit des jeweiligen Kurzfilms leider nicht ausreicht, um die Stimmung wirklich voll aufbauen und auskosten zu können. Vielleicht liegt es aber einfach nur daran, dass Gotham Knight eben nicht Dark Knight ist.

Hier noch der Trailer:

Sie sagt: Naja

Mmmmmhhhhh. Was soll ich zu den Batman-Kurzfilmchen sagen? Ganz unterhaltsam, teilweise recht nette Ideen, aber wirklich vom Hocker gehauen haben sie mich alle nicht. Und nachdem mein geschätzter Co-Autor bestimmt die Animatrix-Episoden erwähnt: Diese haben zusätzliche Informationen und somit mehr Verständnis für das Matrix-Universum geliefert. Vielleicht ist über Batman schon alles gesagt und erzählt worden? Ich warte (sehnsüchtig) The Dark Knight ab und fälle dann ein Urteil über diese Aussage – und natürlich auch den Film an sich, keine Sorge! ;-)

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25.07.08

Hancock (2008)

Sie sagt: Gut

Hancock 2008Ein Superheld ist im Alltag gelandet. Und mit zuviel Alkohol im Blut kann man im Landeanflug schon mal den Asphalt der Straße zerstören, ein paar Häuser schrammen oder bei der Verbrecherjagd nebenbei Millionenschäden verursachen. Übrigens eine Problematik, der bei anderen Superhelden definitiv zu wenig Beachtung geschenkt wird, wie dieses Zeitdokument beweist: Dark Knight deleted scene

Hancock (Will Smith) ist aber zudem auch noch faul, sarkastisch und ungewaschen: Eher ein menschliches Wrack als jemand der fliegen kann, unverwundbar ist und schier unbeschränkte Kraft besitzt. Ergo ist ihm die Bevölkerung, die er mit seinen Heldentaten beglückt, nicht sonderlich zugetan. Und so sehen wir dann doch wieder den Prototyp des einsamen, unverstandenen Helden. Der hier aber eine auf ihn zugeschnittene Image-Kampagne erhält: Inklusive hautengem Suit versteht sich.

Ich bin mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung in diesen Film gegangen. Denn die Vorschau versprach eine Komödie, die – wie sooft in Hollywood – schätzungsweise ab der Hälfte ins Rührselige abrutschen würde.

Nun, ich wurde „enttäuscht”: Erstens würde ich den Film nicht unbedingt als Komödie, als die er jedoch verkauft wird, einstufen. Bestimmt, der Film hat seine witzigen Momente, aber diese sind eigentlich nur dazu da (Mikunda schau owi) um die Spannung abzufeuern, die sich beim Publikum anstaut. Und mit einigen durchaus heftigen Thematiken wird der Film bereits weit vor der Hälfte ernst und zum Ende hin gar tragisch. Den wirklichen Tiefgang eines Dramas findet Hancock dann aber auch nicht.

Bleiben wir bei Action-Film und dafür bekommt Will Smith´s latest Adventure 3 wirklich gutgemeinte Sterne, denn einem der Hauptdefinitionen des Kinos kommt der Film perfekt nach: Er unterhält.

Er sagt: Gut

Also für Hancock habe ich gleich zwei Tipps für Euch:

  1. Setzt Euch im Kino nicht vor eine Reihe mit vier Kindern, die ständig gegen die Lehne treten
  2. Löst Euch von Euren Erwartungen

Wer sich mit Hancock eine locker-flockige, kindergerechte Will Smith-Komödie erwartet, den möchte ich hier eines Besseren belehren. Im Empire Magazine (Juli 2008) beschreibt Peter Berg in einem Interview die ursprüngliche Vorlage von Hancock als äußerst düster, böse und depressiv. Er habe versucht, die Geschichte in ein etwas helleres Licht zu rücken, was ihm durchaus gelungen ist, wenn ich auch den Eindruck hatte, dass ihm diese Gradwanderung nicht gerade leicht gefallen ist.

Auf der einen Seite besitzt der Film zu viele lustige Szenen um als ernstes Drama durchzugehen, andererseits ist er für eine Komödie streckenweise zu ernst und roh. Generell werden bei Hancock für meinen Geschmack zu viele interessante Handlungsstränge zu kurz angeschnitten.

Werden die CG-Effekte hauptsächlich als komödiantische Elemente eingesetzt, setzt Peter Berg durch extreme Nahaufnahmen der Gesichter der Protagonisten einen emotionalen Gegenpol, der in mir, eigentlich mehr ein Freund von Lustigem als von Ernstem, eigenartigerweise mehr Lust auf die dramatische Handlung  als auf die Gags weckte.

Auf jeden Fall bietet Hancock einen Blickwinkel auf einen Superhelden, der durchaus originell und sehenswert ist. Dank ihrer Darsteller konnte mich die Geschichte ausreichend fesseln um die (zu) jungen und etwas unruhigen Nachbarn hinter mir ignorieren zu können.

Untermalt wird der Film übrigens von einem ziemlich netten Soundtrack aus der Feder von John Powel, bereits actionerprobt durch Filme wie zum Beispiel die Bourne-Trilogie oder „X-Men: The Last Stand”.

Und ich bilde mir fest ein, Peter Berg selbst für einen Bruchteil einer Sekunde in einem Arztkittel gesehen zu haben. Sehnt er sich nach den ruhigeren Tagen als TV-Seriendarsteller? Wenn man sich die Einspielergebnisse von Hancock so ansieht, wohl eher nicht…

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