Alle Beiträge zu „Er: Naja”

20.11.08

Doomsday (2008)

Er sagt: Naja

Doomsday 2008 Man nehme reichlich Escape from New York sowie eine Portion Mad Max , streue eine Prise 28 Days later darüber und besetze die Hauptrolle mit einer feschen Britin (Rhona Mitra ). Voilà: Schon hat man seinen Doomsday . Und ich nenne hier nur ein paar der unzähligen „Inspirationen” zu diesem Film, sogar die Augenklape von Snake Plissken ist mit dabei.

Die einen nennen es eine Hommage an die Actionfilme der letzten drei Dekaden, ich nenne es eher Einfallslosigkeit, denn dem Film mangelt es neben der zahlreichen optischen Zitate an eigenen Ideen. Von Logik ganz zu schweigen.

Um eine unkontrollierbare Seuche einzudämmen, wird Schottland eingemauert und die restlichen Überlebenden ihrem Schicksal überlassen. 30 Jahre später bricht die Krankheit in London wieder aus und man schickt ein Team an Elite-Soldaten zu den abgeschotteten Schotten (sorry, das musste sein), von denen man sich ein Heilmittel verspricht, da man einige Überlebende innerhalb der Mauer gesichtet hat.

Was stark und stimmungsvoll beginnt, driftet sehr schnell ins Dumme und auch Lächerliche ab. Wenn jemandem für einen gelungenen Filmabend nur eine sexy Hauptdarstellerin in blutrünstigen Actionszenen reichen, der wird bei Doomsday auf seine Kosten kommen. Wer sich allerdings – wie ich – etwas mehr Endzeit-Stimmung und eine bessere Geschichte dahinter erwartet, wird eher enttäuscht werden.

Sie sagt: Nicht gesehen...

Eine bewusste Entscheidung: Mir hat der Trailer schon gereicht! ;-)

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17.11.08

Mamma Mia!

Sie sagt: Gut

Mamma Mia!Es war ein Fehler. Es war ein Fehler, Mamma Mia! nicht gleich zum Filmstart zu sehen, gemeinsam mit Abba-Freaks, die in Kostümen auftauchen, bei jedem Lied mitgrölen und den Kinosaal in 70er Feeling und Partystimmung versetzen. Dann hätte dieser Film wohl gänzlich anders gewirkt.

Und es war ein Fehler der Regisseurin Phyllida Lloyd, das Bühnenstück einfach abzufilmen ohne auf das Medium Film Rücksicht zu nehmen. Ich habe das Musical noch nie gesehen, aber die Kulissen, die Einstellungen, die überdramatischen Gestiken der Darsteller und Darstellerinnen schreien einem regelrecht Bühne ins Gesicht.

Tja, die Geschichte selbst gibt ja nicht sonderlich viel her, die Arrangements der Lieder sind zum Teil grausam und Pierce Brosnan sollte man einfach nicht schreien (er nennt es „singen”) lassen. Aber dann ist da Meryl Streep und OMG, was kann diese Frau nicht? Sie spielt ihre Kollegen und Kolleginnen nicht nur an die Wand (vor allem wieder Pierce, es tut mir leid, er wäre ja ein sympathischer Junge), nein, sie donnert sie regelrecht an die nächste Ziegelmauer der entzückenden, griechischen Kulisse. Sie ist definitiv der Grund für den zweiten Stern. Und den Dritten verdiente der Abspann! Mamma Mia! :-)

Er sagt: Naja

Tja, was soll ich sagen? Wenn man kein Abba-Fan ist, bleibt bei diesem Film nicht viel übrig. Außer vielleicht eine (wie immer) wirklich sehenswerte Meryl Streep, die vor Energie nur so strotzt. Das war’s dann aber auch schon.

Und erklärt mir mal bitte, warum man drei zwar grundsympathische, aber gesanglich ziemlich unterentwickelte Schauspieler für die männlichen Hauptrollen eines musischen Films castet? Es mangelt ja wirklich nicht an ebenso sympathischen Akteuren, die obendrein auch noch singen können! Die werten Herren hatten zwar sicher alle ihren Spaß dabei, meinen beleidigten Ohren ist das aber ziemlich egal.

Ich frage mich nur, wie lange es dauert, bis wir Boney Ms Daddy Cool als Fortsetzung präsentiert bekommen…

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10.09.08

Fireflies in the Garden (2008)

Sie sagt: Naja

Fireflies in the GardenScheinbar habe ich nicht viel Glück bei Sneak Previews. Oder diejenigen, die mich zur Sneak mitnehmen, haben nicht viel Glück mit mir, aber das wollen wir nun nicht vertiefen, sonst geht niemand mehr mit mir ins Kino! ;-)

Diesmal gab man also Fireflies in the Garden (deutscher Titel: Zurück im Sommer), der sich an einem düsteren Familiendrama versucht. Aber leider seine durchwegs positiv auffallende Cast mit schalem Nachgeschmack und purer Langweile hinterlässt.

Gegeben wird die Lebens- und Leidensgeschichte von Michael Waechtler (Ryan Reynolds): Als erfolgreicher Autor kehrt er nach langer Zeit in seine Heimatstadt zurück. Doch genau in diesem Moment kommt seine Mutter Lisa (Julia Roberts) bei einem Autounfall ums Leben und alte Konflikte mit seinem despotischen Vater Charles (Willem Dafoe) brechen erneut auf.

Viel zu viel jedoch wird hier nicht ausgesprochen – nicht innerhalb der Familie und auch nicht laut Drehbuch. Oder war da etwa eigentlich mehr im Script, womit irgendein Testpublikum nicht fertig wurde und schwupps wurde ein Pseudo-Happy-End drangeschummelt? Die Version, welche während der Berlinale präsentiert wurde, zählte noch 120 Minuten im Gegensatz zu der 99-minütigen Kino-Fassung. Schade, denn wenn man sich schon durch die noch vorhandenen Minuten durchgequält hat, würde man doch gerne zu einigen Andeutungen die Aufklärung bekommen. Zudem ist die plötzliche Wandlung mancher Figuren so unerklärlich und aus der Luft gegriffen, dass dies eher auf Produzentenhand und nicht Autorenhirn schließen lässt.

Die Frage ist jedoch, wäre es die andere Fassung wert gewesen, hätte sie dem Film gutgetan oder hätte es das Leiden der KinobesucherInnen nur unnötig verlängert?

Wer sich prinzipiell für ähnliche Thematiken interessiert, dem sei Thomas Vinterbergs Das Fest ans Herz gelegt. Man wünscht sich nur einen Hauch der Bissigkeit und Präzision des dänischen Dogma-Meisterwerks auch in Fireflies in the Garden entdeckt zu haben. Vergeblich.

Er sagt: Naja

99 Minuten einer Familie zuzusehen, die es nicht und nicht schafft, ihre wirklich zahlreichen Probleme direkt anzusprechen, sondern immer nur um den heißen Brei herumredet, ist wahrlich eine Qual. Schön ist aber, dass all diese Differenzen wie von Geisterhand in jeweils fünf Minuten aufgelöst werden. Insofern wäre Fireflies in the Garden wohl eher in das Fantasy-Genre einzustufen.

Bei diesem Film müssen wirklich essenzielle Handlungsstränge dem Schnitt zum Opfer gefallen sein, denn so erscheinen einige Szenen, Charakterwandlungen und vor allem das Ende ziemlich aus der Luft gegriffen. Ich bin immer ein Freund von Filmen, die nicht alles für die dümmsten aller Zuschauer bis ins Detail erklären, aber wenn ausschließlich halbe Informationen geliefert werden, so dass man sich eigentlich kein Bild von der tatsächlichen Situation machen kann, wird das recht schnell ziemlich fad. Oder bin gar ich der dümmste aller Zuschauer? Zumindest einer der gelangweiltesten.

Der Film wird abwechselnd in zwei verschiedenen Zeitabschnitten erzählt, einmal zeigt er Michael als Kind und dann als Erwachsener, also müssen hier fast 20 Jahre dazwischen liegen. Sehr merkwürdig fand ich jedoch, dass in dieser Zeit der Charakter von Hayden Panettiere zu einer Emily Watson altert, während die Zeit an Julia Roberts und Willem Dafoe nahezu spurlos vorübergegangen ist.

Aus meiner Sicht war dieser Film eindeutig ein „Würg!”-Kandidat und wurde vor dieser Wertung einzig und allein von dem mir sehr sympathischen Ryan Reynolds gerettet.

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08.09.08

Wanted (2008)

Sie sagt: Würg!

Wanted 2008Meine Antipathie für Wanted steigerte sich eigentlich mit jeder Minute, die ich unruhig im Kinosessel hin- und herruckelte. Zwar bietet der Film optisch einiges – und ich spreche jetzt nicht von Angelina Jolies blanker Rückansicht oder James McAvoys Versuch eines durchtrainierten Körpers. Aber in meinem Magen drehte sich bei der Grundaussage des Machwerks einfach alles um: Manchmal muss man eben morden, um die Stabilität in der Welt zu erhalten – nach dem Motto: „Kill one, save thousands”.

Kurz zum Inhalt: Wesley Gibson (McAvoy), ein vielpropagierter Niemand, wird von Fox (Jolie) in eine seltsame Bruderschaft von Auftragskillern eingeführt, zu der auch sein Vater gehörte, um genau diesen zu rächen.

Dabei ist er unglaublich leichtgläubig und hinterfragt nie deren Motive. Theoretisch könnte das irgendwer sein, der ihm da eine Waffe in die Hand drückt und befiehlt auf einen ihm unbekannten Menschen zu schießen. Auch die Art und Weise seines Trainings, welches an Brutalität und Sinnlosigkeit ihresgleichen sucht, wird mehr oder weniger hingenommen und schließlich sogar zelebriert.

Die Möglichkeit einer freien Wahl wird ausgeschlossen und durch pseudopsychologische Erklärungsversuche ersetzt. Es gilt bedingungslose und absolute Aufopferung – nur das Wofür wird nie wirklich dargelegt.

Er sagt: Naja

Wenn mir ein Film gefallen soll, ist ein wichtiger Faktor die Sympathie zu oder zumindest eine annähernde Identifikation mit mindestens einem Charakter darin. Da hatte Wanted aus meiner Sicht nicht allzuviel zu bieten.

Da wäre zum Beispiel Wesley, der unterwürfige, gutgläubige Otto Normalloser, der plötzlich den Sinn des Lebens durch die Pistole in der Hand entdeckt, die ihn endlich zu etwas Besonderen macht. Oder eher Sloan, gespielt vom sonst so sympathischen Morgan Freeman, der als Anführer der geheimen Mördersekte hauptsächlich pseudobedeutungsschwangere, heiße Luft von sich gibt? Zuletzt wäre da noch Fox, deren Mundwinkel nur dann nach oben zeigen, wenn jemand das Zeitliche segnet oder zumindest kurz davor ist. Hmmm, nein, nichts für mich dabei, vielleicht war ich aber auch nur von Angelina Jolies viel zu dürren Oberärmchen abgelenkt.

Aber lassen wir mal das eher schwache Skript beiseite, ein guter und unterhaltsamer Actionfilm braucht ja kein oscarreifes Drehbuch, wie es zum Beispiel Live Free or Die Hard bewiesen hat. An innovativen Actionsequenzen (und auch Todesarten) mangelt es in Wanted ja auch nicht.

Irgendwie komme ich einfach mit der Regie von Timur Bekmambetov nicht ganz zurecht, ohne jetzt konkret beschreiben zu können, woran das liegt. Bei  Ночной дозор (Nightwatch: Nochnoy dozor) ging es mir ähnlich, auch wenn mir der um einiges besser gefallen hat, als dieser Ausflug nach Hollywood.

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20.08.08

You Don’t Mess with the Zohan (2008)

Er sagt: Naja

You Don't Mess with the ZohanDass man für die meisten Filme von und mit Adam Sandler sein Hirn ausschalten muss, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Dass man dann manchmal trotzdem (oder auch deswegen) Spaß damit haben kann, hat sich vielleicht auch schon herumgesprochen.

You Don’t Mess with the Zohan fängt stärker und lustiger an, als die meisten anderen Filme des Protagonisten/Produzenten/Autors, übertreibt aber in der Mitte gewaltig und scheint nicht zu wissen, wie lang man einen einzelnen Gag auskosten darf, bevor es richtig öde wird. Gegen Ende wird er wieder etwas besser, aber an das Niveau des Beginns kommt er nicht mehr heran.

Insofern war der Film für mich eine Enttäuschung. Aber nicht, weil er schlechter ist, als andere Sandler-Filme, sondern weil er besser anfing aber die selbst gelegte Latte auf Dauer zu hoch war.

Nachdem auch wieder die üblichen Geschmacksentgleisungen mit von der Partie sind, werden Sandler-Fans dennoch durchaus auf ihre Kosten kommen.

Sie sagt: Naja

Ich bin keine Freundin von Adam Sandler – beziehungsweise von seinem Humor. Normalerweise bringt mich auch nicht viel in eine seiner Komödien. Aber hier war die Vorschau vielversprechend. Und die hätte auch genügt. Zwar strotzt der Auftakt vor genialen Ideen, ob der Superkraft und Supermännlichkeit des israelischen Super-Agenten Zohan aber dann ist Flaute angesagt, wovon sich der Film auch nicht mehr wirklich erholt.

Nette Details am Rande: Im Soundtrack ist zeitgenössische israelische Musik stark vertreten – und zum Glück nicht nur mit „Disco Disco”! ;-)

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29.07.08

The X-Files: I Want to Believe (2008)

Sie sagt: Naja

The X-Files: I Want to BelieveIch habe die Serie geliebt. Zwar nicht mehr die späteren Staffeln, als es dann nur mehr um Verschwörung ging, aber die X-Akten waren ein Fixpunkt jede Woche, den man gemeinsam zelebriert hat.

Und nun ist der zweite Film in die Kinos gekommen und ich bin mir nicht ganz sicher, was ich da eben gesehen habe. Verschwörungtheorien fehlen zum ersten völlig – meiner Meinung nach nicht das Schlechteste. Aber auch Mystery ist nicht wirklich ein Thema. Was hat eine „normale” Geschichte in einem X-Akten-Ordner zu suchen? Natürlich gibt es da einen zwielichtigen Mann mit obskuren Visionen (Billy Connolly, langelockt wie eh und je und viel zu sympathisch für den Charakter) und die Grundgeschichte ist etwas obskur – aber in unserer kranken Welt dennoch nichts Außergewöhnliches geschweige denn Außerirdisches.

Jedoch das größte Manko des Films stellt mit Sicherheit das Drehbuch dar: Chris Carter (ebenso Regie) und Frank Spotnitz hätten bei ihren Leisten bleiben sollen, denn für eine Serienfolge hätte die Storyline wohl ausgereicht, aber in die Spielfilmlänge gezogen, wird die an sich schon dünne Geschichte immer löchriger und fragwürdiger. Logikfehler, viel zu simple Lösungswege und vor allem völlig überflüssige Dialoge sind die Folge. Am meisten schmerzen die Unterhaltungen zwischen Mulder und Scully, denn sie wollen vielsagend und bedeutungsschwanger sein, sind aber nur leere Worthülsen, die bald langweilig werden.

Ganz knapp schrammt dieses Ouvre an der schlechtesten Bewertung vorbei, aber nur da Film Nummer 1 eben noch schlimmer war und diese Punktezahl eher verdient hat. Und weil ihnen doch eine wirklich gute Überraschung gelungen ist.

Er sagt: Naja

Ich muss gestehen, ich habe die Serie damals nicht bis zum bitteren Ende begleitet, sondern bin kurz nach David Duchovnys Ausscheiden ebenfalls vom Zug gesprungen, auch wenn Robert Patrick als Mulders Nachfolger Agent Doggett wirklich gute Arbeit abgeliefert hatte. Davor war ich allerdings lange Zeit begeisterter Hobby-Agent. Die X-Files standen für Mysterien, Mythen und Geheimniskrämerei und während man sich in der Serie noch mit Übersinnlichem beschäftige, so driftet dieser Film leider eher ins Unsinnige ab. Das einzige mysteriöse und unerklärbare an diesem Film ist, wie er jemals in dieser Form zustande kommen konnte.

„I Want to Believe” ist das Motto des mittlerweile zweiten Leinwand-Abenteuers von Mulder und Scully und der Glaube spielt hier wirklich eine große, wenn nicht sogar eine übertriebene Rolle. Ich möchte auch glauben. Ich möchte glauben, dass Menschen, die jahrelang gute Geschichten erzählen konnten, Besseres auf die Leinwand zaubern hätten können, als dieses Ergebnis. Der Weg, den Chris Carter eingeschlagen hatte, wäre ja nicht der schlechteste gewesen: Eine etwas bodenständigere Geschichte als zuvor, tiefere Einblicke in die Psyche der Hauptcharaktere und ein stärkerer Fokus auf die Beziehung zwischen ihnen.

Seine Mischung wirkt allerdings unausgegoren, oberflächlich und schlichtweg gewöhnlich – in meinen Augen nicht mal eines TV-Specials würdig. Ein wirklich seltsamer Abspann trägt zusätzlich zu diesem Eindruck bei. Diese Akte kann getrost geschlossen und weggesperrt werden.

5 Bewertungen (2.20 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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