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13.10.08

Son of Rambow (2007)

Sie sagt: Sehr gut

Son Of Rambow 2007Der Einfluss von brutalen Kinofilmen auf unschuldige Kinder: Besser als bei Son of Rambow könnte man dies nicht darstellen.

Angesiedelt in den frühen 80ern, erzählt der Film die Geschichte von Will (Bill Milner) und Lee (Will Poulter), zwei Elfjährige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Lee, der Schulrebell aus reichem Hause, in dem aber außer ihm keiner ist. Will hingegen, ist schüchtern und hat zu Hause mehr Leute als ihm lieb sind, da die Familie einer erzkonservativen Glaubensbewegung angehört, die sich im Übermaß in deren Leben einmischt.

Film, Fernsehen, Musik, das alles ist Will verboten, aber per Zufall sieht er bei Lee zum ersten Mal einen Film: First Blood – Rambos erstes Abenteuer auf der großen Leinwand. Und diese Erfahrung lässt die ohnehin rege Fantasie des Jungen explodieren. Gemeinsam beginnt das ungleiche Paar diese festzuhalten und sie drehen ihren eigenen Action-Film: Son of Rambow.

Der Independent Hit auf dem letztjährigen Sundance Festival qualifiziert sich als klassisches Feel Good-Movie, eine Komödie mit dem Herz am richtigen Fleck.

Er sagt: Sehr gut

Man nehme eine Handvoll junge Außenseiter, füge die Idee einen Rambo-Film zu drehen hinzu und lasse es sich für circa eineinhalb Stunden verselbständigen. Das Ergebnis: Ein herziger, wenn auch ein bisschen naiver Film über Fantasie, Freundschaft und Familie, dem es nicht an guten Ideen mangelt. Die Protagonisten beeindrucken durch ihr schauspielerisches Können und die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie ihre nicht sehr einfachen Rollen gemeistert haben.

Son of Rambow macht durchwegs Spaß, vor allem wenn man der ungebremsten Kreativität der Kinder zusieht, wie sie ihre Ideen, allen Widrigkeiten zum Trotz, umsetzen. Und das Ergebnis ist definitiv das bis jetzt beste Sequel des Rambo-Franchise. ;-)

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07.09.08

30 Rock (Season 1)

Er sagt: Sehr gut

30 Rock

Wer schon immer wissen wollte, wie wahnsinnig es hinter den Kulissen bei der Produktion einer TV-Show zugeht, der sollte sich 30 Rock zu Gemüte führen. Und auch wenn es sich dabei um eine Comedyserie handelt, die alles übertrieben darstellt, so bin ich überzeugt, dass die Realität diesem Portrait doch sehr nahe kommt.

Der Titel der Serie wurde übrigens von der Adresse von NBC Universal in New York City, nämlich 30 Rockefeller Plaza, abgeleitet, wo auch der größte Teil der Handlung stattfindet.

Erdacht hat sich das ganze Tina Fey, bekannt aus Saturday Night Live, die sich damit einen Haufen Arbeit aufgehalst hat, denn sie schreibt nicht nur für die Serie, sondern produziert sie auch und spielt ganz nebenbei die Hauptrolle. Als Liz Lemon glaubt sie auch die Zügel bei der Produktion der fiktiven TV-Show fest in der Hand zu haben und wir dürfen ihr dabei zusehen, wie sie diversen Hindernissen mehr oder weniger (meist aber weniger) geschickt versucht auszuweichen.

Hält sich die Serie in den ersten paar Episoden noch etwas zurück, nimmt sie kurz darauf Fahrt auf und zeigt auch mehr Biss. Einige Folgen strotzen nur so vor Wortwitz, Situationskomik und Seitenhieben. Besonders hervorzuheben ist auch Alec Baldwin, der ja in letzter Zeit eher durch sein Privatleben als durch gute Filme auffiel. In 30 Rock verkörpert er auf grandiose Weise Liz Lemons – sagen wir mal einzigartigen – Chef; aus meiner Sicht eine Traumbesetzung!

Sie sagt: Gut

Nur Gutes liest man über 30 Rock. Dann noch ein Golden Globe da, ein Emmy hier, die Lust, die Serie zu sehen wächst und die Vorfreude ebenso. Endlich die erste Folge: Ganz herzig, tja, eh lieb. Gut, es ist nichts anderes zu „essen” im Haus, als wird lustlos an 2 weiteren Episoden gekaut. Ich hätte mir Alec Baldwin als plötzlich vor die Nase gepfropften neuen Vorgesetzten von Liz Lemon (Tina Fey) bösartiger vorgestellt, der Eddie Murphy-Verschnitt (Tracy Morgan) als neuer Star der fiktiven Produktion nervt eher und auch ansonsten will Tina Feys Aufarbeitung ihrer Saturday Night Live-Zeiten nicht wirklich zünden.

Aber dann auf einmal wird man warm mit den Charakteren (vor allem mit Jack McBrayer als enthusiastischstem Fernseh-Fan aller Zeiten) und es folgt eine scharfzüngigere Geschichte über Product Placement. Und schon haben sie mich. Und schon werden wieder drei bis vier Folgen am Stück gesehen. Ja, 30 Rock ist lustig. Und die diversen Gaststars sind es auch allemal wert.

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26.08.08

Chad Vader: Day Shift Manager

Er sagt: Sehr gut

Für einen webaffinen Filmfan und bekennenden Jedi-Ritter wie mich, gab es ja kaum einen Weg an Chad Vader vorbei. Wer die meiner Meinung nach bei weitem beste Star Wars-Parodie (natürlich neben Spaceballs) doch noch nicht kennen sollte, für den gibt es hier eine kurze Vorstellung. Eigentlich ist mit der Einleitung der ersten Episode von Chad Vader schon alles gesagt:

„Life is hard for Chad Vader, the younger, less charismatic brother of Darth Vader, who is the day shift manager of a grocery store.”

Es macht großen Spaß Chad Vader dabei zuzusehen, wie er mit berühmten Zitaten seines Bruders im Lebensmittelgeschäft hausieren geht und sowohl Macht als auch Laserschwert geschickt einzusetzen weiß, um seine Mitarbeiter zu motivieren.

Die kreativen Köpfe hinter diesen Filmchen heißen Matt Sloan and Aaron Yonda, die unter dem Namen Blame Society Productions nicht nur Chad Vader kreiert haben und uns in Zukunft hoffentlich mit noch mehr Ideen beehren werden.

Hier gibt es gleich einmal die Episode 1 als Appetitanregung, den Rest gibt es auf der offiziellen Website. Ich wünsche viel Spaß!

Sie sagt: Gut

Wirklich eine entzückende Idee, quasi das Star Wars Universum in einen Supermarkt zu transferieren. Mit viel Charme, Liebe und merklichen Spaß setzten alle Beteiligten ihre Ideen um. Fans kommen so durchwegs auf ihre Kosten, denn man hat natürlich stets die Original-Filmszene im Hinterkopf und vergleicht diese amüsiert mit der hier präsentierten Version.

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29.07.08

Life On Mars (2006 – 2007)

Er sagt: Sehr gut

Life on MarsNein, bei dieser BBC-Serie geht es nicht um Sciene Fiction, der Titel bezieht sich vielmehr auf David Bowies Klassiker aus den 1970ern, die zentrale Epoche der Handlung.

Ein britischer Polizist namens Sam Tyler (John Simm) aus der Gegenwart wacht nach einem Autounfall im Jahr 1973 wieder auf, nur um verwundert festzustellen, dass er dort ebenfalls Polizist ist. Ziemlich verwirrt versucht er herauszufinden, ob er eigentlich in der Gegenwart im Koma liegt, tatsächlich ein Zeitreisender oder schlichtweg verrückt geworden ist.

In der Zwischenzeit macht er das beste daraus und hilft seinen neuen Kollegen, allen voran ein genialer Philip Glenister als DCI Gene „Gov“ Hunt, bei verschiedensten Fällen. Die eingeschworene Truppe wiederum schätzt den Neuzugang nicht besonders, wie auch dieser Ausschnitt einer -sagen wir mal Meinungsverschiedenheit dazu- zwischen Hunt und Tyler zeigt:

Und genau das macht auch den Spaß dieser Serie aus. Wie bringt man einem Haufen rauher „Coppers” bei, dass Verdächtige auch Rechte haben? Nicht nur einmal verzweifelt Tyler an Hunts altmodischen und brachialen Methoden, sehr zur Belustigung der Zuseher. Und wer die 70er selbst erlebt hat, wird sicher das eine oder andere Mal nostalgisch, nicht nur wegen des zeitgemäßen Soundtracks.

Mittlerweile gibt es übrigens eine Nachfolgeserie namens „Ashes to ashes”, wo es diesmal eine Polizistin unter ähnlich mysteriösen Umständen zu Gene Hunt in die 1980er verschlägt. Mehr dazu später…

Sie sagt: Nicht gesehen...
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25.07.08

Once (2006)

Sie sagt: Sehr gut

Once (2006)Über ein Jahr nach seiner Premiere ist der 2006 gedrehte irische Film Once seit 25.4.2008 endlich auch in österreichischen Kinos. Mit Preisen überhäuft, erfuhr er auch mit dem Oscar für das beste Lied „Falling Slowly”, Ehrung durch das kommerzielle Kino.

Vorweg eine Warnung: Man verliebt sich unweigerlich in alle Figuren dieses Films von Regisseur John Carney, sogar in einen kleinen, erbärmlichen und betrunkenen Gelegenheitsdieb. Ganz nebenbei schafft es Once mehrmals, dem Publikum ein Lächeln zu entlocken: Beispielsweise wenn die Hauptdarstellerin ihren Staubsauger in der Fußgängerzone hinter sich herzieht, wie einen kleinen Hund. Oder wenn sich eine gesamte Band in ein Auto zwängt, um die gerade aufgenommene Musik dem ultimativen Test zu unterziehen: Sie auf schlechten Lautsprechern zu hören.

Auf den Straßen Dublins treffen sich ein Junge und ein Mädchen – klassisches boy meets girl – daher werden auch keine Namen gebraucht. Ebensowenig wie professionelle SchauspielerInnen, sondern wirkliche MusikerInnen und vor allem echte Menschen. Sie (Markéta Irglová), eine tschechische Pianistin und Gelegenheitsarbeiterin stolpert in das Leben eines Straßenmusikers und Mechanikers für Staubsaugerreparaturen (Glen Hansard – Sänger der Band The Frames) und die gemeinsame Leidenschaft für Musik verbindet sie auf der Stelle. Aber die Vergangenheit, in Liedern verarbeitet, ist auf beiden Seiten noch viel zu präsent.

Sollte es nicht Eure Art von Musik sein, dann wird es nicht Eure Art von Film werden, denn alles ist von Musik durchdrungen, Musik ist alles, Musik ist Gefühl und Gefühle sind Musik. In klassischen Musicals hat ein Lied nur eine verstärkende Funktion, die Aussage liegt im Dialog, in Once hingegen wird nur die Musik genutzt, um dem Zuschauer zu vermitteln, was die Charaktere bewegt.

Irglová und Hansard zeichnen im Film als auch im realen Leben verantwortlich für den gefühlvollen Soundtrack und so scheinen die Grenzen zur Realität durchwegs verschwommen. Schön sichtbar wird dies an der alten, zerbrochenen Gitarre, die auch Ihren Einsatz bei der Oscarverleihung fand, wo die Beiden, die nach den Dreharbeiten im realen Leben ein Paar geworden sind, selbst ihr Lied präsentierten.

Und noch ein Tipp! Lernt tschechisch: Sonst entgeht Euch die vielleicht berührendste Szene des Films!

Er sagt: Sehr gut

Zugegeben, Musikfilme haben mich noch nie sonderlich interessiert. Aber dieser hier ist tatsächlich die schillernde Ausnahme. Die feine, fast schon zerbrechliche Zeichnung der Charaktere in Verbindung mit ihrer irgendwie ehrlichen Musik (das Album gibt’s hier), hat auch mich in ihren Bann gezogen.

Die beiden dürften aber nicht nur mich, sondern auch einen meiner persönlichen Helden, Jon Stewart, überzeugt haben, der als diesjähriger Präsentator der Oscars Markéta Irglová extra wieder auf die Bühne geholt hat, um ihre zuvor brutal abgeschnittene Dankesrede vollenden zu können.

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