Alle Beiträge zu „Sie: Sehr gut”

01.07.09

Shutter (2004)

Er sagt: Sehr gut

Shutter PosterNach langer Zeit sind wir nun endlich dazu gekommen, die thailändische Originalversion von Shutter anzusehen. Und ich muss sagen: Absolut kein Vergleich zu dem erbärmlichen Hollywood-Remake: Das Original ist um Welten besser! Schade, dass ich es nicht zuerst gesehen habe.

Bei diesem Film kam im Gegensatz zur Neuauflage eine sehr genial schaurige, nahezu beklemmende Stimmung auf. Daran konnten auch die bereits vorhandenen Kenntnisse über Geschichte und Ende des Films nichts änderen, da hier beides einfach besser in Szene gesetzt wurde, bis hin zu wesentlich wirkungsvolleren Schockeffekten.

Besonders beeindruckend sind auch die Aufnahmen der Umgebung, die ein sehr tristes Bild vom sonst sehr farbenfrohen Thailand zeigen, was natürlich sehr zum Ambiente beiträgt.

Ich werde jedenfalls die beiden Regisseure Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom aufgrund dieses Debuts näher im Auge behalten.

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Wie soll ich einen Film beurteilen, wo ich mir die Hälfte der Laufzeit verzweifelt die Finger vors Gesicht gehalten habe? Bei einem Horrorfilm ist das dann aber wohl ein absolutes Kompliment an die Filmschaffenden und dafür gibts Höchstnoten! ;-)

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13.05.09

Star Trek (2009)

Er sagt: Sehr gut

Star Trek PosterMan muss J.J. Abrams für seine mutige Entscheidung, sich an dieses heikle Thema heranzuwagen, durchaus Bewunderung aussprechen. Heikel deswegen, weil die Geschichte rund um Kirk, Spock und Co. nur mitsamt einer sehr treuen Fangemeinde zu haben ist, die sehr gut auf die ihr lieb gewonnenen Charaktere aufpasst. Aufgepasst haben aber glücklicherweise auch Abrams und seine Drehbuchautoren, die sich mit deren Zeichnung sehr an die Vorlage von Gene Roddenberry gehalten haben, inklusive typischer Körperhaltungen der Schauspieler, die zuvor in die jeweiligen Rollen geschlüpft sind.

Dem Regisseur ist es wunderbar gelungen, das gewaltige Erbe, das sich in einem bald halben Jahrhundert in Form von sechs Serien und zehn Kinofilmen angesammelt hat, zu würdigen und gleichzeitig der Geschichte neues Leben einzuhauchen. Diese sehenswerte Mischung aus original und originell zeigt sich letztlich auch beim Design der Enterprise: Modern, frisch und sexy, aber stets dem Vorbild gerecht werdend, so dass man sowohl aufgrund des Wiedersehens als auch des neuen Kennenlernens Gänsehaut bekommt, sobald das Raumschiff das erste Mal nett in Szene gesetzt die Kinoleinwand füllt.

Und spätestens wenn man im Hintergrund (aufpassen!) ein Tribble aus einer der wohl bekanntesten Folgen der Originalserie sichtet und auch dessen Gurren hört, ist auch die letzte Skepsis weggebeamt.

Großes Kompliment an das Casting-Team, das es wirklich geschafft hat, jede einzelne Figur nahezu perfekt neu zu besetzen. Scheinbar mühelos tritt die neue Enterprise-Crew in die großen Fußstapfen, einzig der romulanische Bösewicht Eric Bana mag nicht so recht überzeugen – eventuell liegt das aber auch an der eher geringen Leinwandpräsenz, die man ihm gegeben hat. Jedenfalls finde ich die Motivation für seinen zerstörerischen Plan etwas dürftig dargestellt. Gestört hat mich außerdem die übermäßge Verwendung von Linsenreflektionen, ein bisschen weniger hätten es auch getan.

Gewürzt wird diese Wiedergeburt mit einem Soundtrack von Michael Giacchino, der auch schon für die Vertonung von so ziemlich allen bisherigen Projekten von J.J. Abrams verantwortlich war. Überzeugt hat mich die Filmmusik erst beim zweiten Mal Hinhören, die bombastischen Klänge des letzten Trailers von Two Steps From Hell hatten irgendwie falsche Erwartungen geweckt.

Ich bin froh, dass Star Trek neu belebt wurde und diesem hoffentlich noch viele Filme folgen werden, damit es wieder öfter heißt: „To boldly go where no one has gone before.”

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Ich muss gestehen, die Enterprise und ich, wir haben eine gemeinsame Vergangenheit. Vom Nachspielen der klassischen Serie in der Kindheit (ich war bitte Scotty) über einen legendären Ferialjob bei der Star Trek World Tour bis zu einem leichten Stand auf Picards Stimme, war dieses gesamte Universum irgendwie immer zumindest ein bisschen präsent.

Deswegen bin ich beileibe noch kein Trekkie, jedoch Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Original-Crew war durchaus vorhanden. Und daher schiebe ich auch großzügig die etwas müde Story dieses Films beiseite und möchte Euch einfach nur sagen, wie begeistert ich von der neuen Besetzung bin. Allen voran Chris Pine alias James T. Kirk, von dem ich mir das eigentlich am wenigsten erwartet habe. Sein filmisches Alter Ego aus den 60er Jahren sah ich regelmäßig vor mir. Die Gestik, Bewegungen, Mimik – alles war perfekt und dennoch konnte er noch mehr schauspielerisches Talent vorweisen als das simple Baucheinziehen seines Vorgängers.

Star Trek Crew

Niemand wird sich wohl allzu viel Anspruchsvolles bei einer in die Länge gezogenen Raumschiff Enterprise-Folge erwarten. Und wenn man sich an diesen Vorsatz im Kinosessel erinnert, wird man einen spannenden, gut produzierten Popcorn-Film erleben, der für Fans so manche Gustostückerl und Insider-Witze bereit hält.

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06.02.09

The IT Crowd (2006 – ?)

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The IT CrowdDiese Serie hätte ich beinahe übersehen, doch dank meiner beharrlichen Mitschreiberin gehört sie mittlerweile zu meinen Favoriten.

Die Handlung ist schnell erklärt: Zwei Geeks arbeiten in, nein sind die IT-Abteilung eines Unternehmens und bekommen eine neue Chefin vorgesetzt, die von Technik nicht allzuviel Ahnung hat. Vorprogrammiertes Chaos – IT eben.

The IT Crowd bringt genug geekige Referenzen um unsereiner zu belustigen (oder sich ertappt zu fühlen), trifft aber genau die richtige Mischung aus schrägem Humor und Slapstick, um auch Menschen, die sich eher außerhalb der Interwebs bewegen, hellauf begeistern zu können.

Die Serie ist in UK ein voller Erfolg, was sowohl in den USA aber auch in Deutschland zu einfallslosen, weil 1:1 kopierten, Nachahmungen geführt hat. Beweisführung anbei:

Übel, oder? Also nicht mit billigen Kopien zufriedengeben, sondern gleich das Original ansehen. Den UK-Import der Box mit den ersten drei Staffeln gibts ab 16. März bei Amazon: The IT Crowd – Series 1-3 – Complete [UK IMPORT]. Für Ungeduldige gibt es auch die Box ohne Staffel 3: The IT Crowd – Series 1-2 – Complete [UK IMPORT]

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IT Crowd

Halleluja – endlich wieder mal eine Serie, bei der man lauthals loslacht. Wunderbar schräge Charaktere, ein cleveres Drehbuch und SchauspielerInnen, die keine Schmerzgrenze kennen – richtig geraten, eine britische Serie. Erinnert mich auch manchmal leicht an einen meiner All-Time Faves Coupling.

Die Alltags-Beobachtungen sowie Klischees, die hier präsentiert werden sind so raffiniert und witzig abgehandelt, dass es schmerzen wird, wenn ich mich von der jetzigen hohen, täglichen Dosis zwangsweise verabschieden muss, da es bisher zwar drei Staffeln, aber jeweils nur mit sechs Folgen gibt. Beispielsweise das Schicksal der Rauchenden verglichen mit – hach, aber ich will hier gar nicht zuviel verraten – unbedingt reinschauen!

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10.11.08

Quantum of Solace (2008)

Er sagt: Sehr gut

Quantum of SolaceQuantum of Solace fängt fulminant an und stellt dabei sogar die rasante Anfangssequenz von Casino Royale in den Schatten, was wirklich keine leichte Aufgabe gewesen sein kann. Das schöne an diesem Film ist, dass er dieses Tempo nahezu über den gesamten Film hält und es nur ein paar Mal zum Luftholen drosselt.

Zum ersten Mal in der Geschichte von 007 sollte man den vorherigen Film gesehen haben, damit man diesen, vor allem aber die Motivationen der einzelnen Figuren, wirklich versteht und nicht zuletzt, weil er tatsächlich genau dort anfängt, wo Casino Royale aufhörte. Die erfolgreiche Bourne-Trilogie ist an diesem Bond-Novum sicherlich nicht ganz unbeteiligt.

Quantum ist kälter und härter als sein Vorgänger, was der Charakterzeichnung des neuen James Bond äußerst gut tut, allerdings fehlte mir ein bisschen mehr Witz als Ausgleich. Ein paar coole One-Liner sind schon dabei, aber soetwas wie die typischen Geplänkel zwischen Bond und Q fehlen, wie Q selbst, komplett. Ich möchte Q zurück! ;-) An den anderen Bond-typischen Attributen wie den schönen Frauen oder den vielfältigen Schauplätzen inklusive traumhafter Landschaftsaufnahmen mangelt es Quantum allerdings wirklich nicht.

Alles in allem ist Quantum of Solace ein atemberaubender Actionfilm und eine würdige Fortsetzung, auch wenn er – wie gesagt – ruhig noch etwas mehr Bond-typisch sein könnte. Der Regisseur Marc Forster hat damit jedenfalls nach eher ruhigeren, emotionaleren Filmen auch im Actionfach ein durchaus geschicktes Händchen bewiesen. Das traditionelle „Bond will return” am Ende des Abspanns lässt mich schon wieder ungeduldig werden.

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Quantum of SolaceFrankly, I´ve been blown away! Das hat natürlich auch mit gewissen Erwartungen zu tun, denn ich bin bestimmt nicht der weltgrößte Bond-Fan und so gerne ich die Reihe als Kind mit der gesamten Familie gesehen habe, so wenig interessierten mich später zum Beispiel die Filme mit dem glatten Herrn Brosnan.

Hier hatte ich jedoch eher das Gefühl Die Hard 5 anzusehen, womit Quantum of Solace mehr Ähnlichkeiten aufweist als all seine feinmaschigen Vorgänger (womit ich nicht sagen will, dass Tom Ford nicht ganze Arbeit geleistet hat, um Daniel Craig nur das Beste auf den durchtrainierten Leib zu schneidern). Die Action ist auf jeden Fall atemberaubend. Man kommt zu keiner Zeit zur Ruhe, der Adrenalinspiegel schwappt zuweilen über. Denn solange Bond nicht verschnaufen kann, tut es sein Publikum auch nicht.

Die extrem körpernahe Kameraführung, die uns unmittelbar ins Geschehen zieht und die wunderbaren Gegenschnitte (mit den jeweiligen lokalen Attraktionen an den wieder einmal mehr als sehenswerten Locations) tun ihr Übriges um den Augen ein gelungenes Spektakel zu bieten.

Und dem Filmgott seis gedankt: Auch der Bösewicht hat in dieser zweiten Ausgabe von Craig als 007 mehr Format als sein Erstlinsgwerk. Und wir wissen alle, dass die Übeltäter noch viel spannender sein können, als die Guten. Das ist jedoch nicht unbedingt Mathieu Amalric zu verdanken, dieser personifiziert das viel Bösere nur. Denn viel größer versteckt sich dahinter eine weltumspannende Organisation, die uns zarte Paranoia und bestimmt noch einige Fortsetzungen bescheren wird.

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13.10.08

Son of Rambow (2007)

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Son Of Rambow 2007Der Einfluss von brutalen Kinofilmen auf unschuldige Kinder: Besser als bei Son of Rambow könnte man dies nicht darstellen.

Angesiedelt in den frühen 80ern, erzählt der Film die Geschichte von Will (Bill Milner) und Lee (Will Poulter), zwei Elfjährige, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Lee, der Schulrebell aus reichem Hause, in dem aber außer ihm keiner ist. Will hingegen, ist schüchtern und hat zu Hause mehr Leute als ihm lieb sind, da die Familie einer erzkonservativen Glaubensbewegung angehört, die sich im Übermaß in deren Leben einmischt.

Film, Fernsehen, Musik, das alles ist Will verboten, aber per Zufall sieht er bei Lee zum ersten Mal einen Film: First Blood – Rambos erstes Abenteuer auf der großen Leinwand. Und diese Erfahrung lässt die ohnehin rege Fantasie des Jungen explodieren. Gemeinsam beginnt das ungleiche Paar diese festzuhalten und sie drehen ihren eigenen Action-Film: Son of Rambow.

Der Independent Hit auf dem letztjährigen Sundance Festival qualifiziert sich als klassisches Feel Good-Movie, eine Komödie mit dem Herz am richtigen Fleck.

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Man nehme eine Handvoll junge Außenseiter, füge die Idee einen Rambo-Film zu drehen hinzu und lasse es sich für circa eineinhalb Stunden verselbständigen. Das Ergebnis: Ein herziger, wenn auch ein bisschen naiver Film über Fantasie, Freundschaft und Familie, dem es nicht an guten Ideen mangelt. Die Protagonisten beeindrucken durch ihr schauspielerisches Können und die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie ihre nicht sehr einfachen Rollen gemeistert haben.

Son of Rambow macht durchwegs Spaß, vor allem wenn man der ungebremsten Kreativität der Kinder zusieht, wie sie ihre Ideen, allen Widrigkeiten zum Trotz, umsetzen. Und das Ergebnis ist definitiv das bis jetzt beste Sequel des Rambo-Franchise. ;-)

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10.10.08

WALL•E (2008)

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WALL•ENicht nur Roboter können sich scheins verlieben, nein auch Menschen können sich in Roboter verlieben. Und das sogar mittlerweile hordenweise. Aber wie könnte man WALL•E auch widerstehen? Glaubt mir, Ihr habt keine Chance.

Denn WALL•E, der Film, ist nicht nur entzückend, absolut herzerwärmend und liebenswert, sondern auch intelligent, zynisch und kritisch. Jedoch verbindet er dies überaus charmant und auf höchstem, technischem Niveau.

Die Menschen kommen auf jeden Fall nicht wirklich gut weg in Pixars neuestem Meisterwerk. Denn sie haben die Erde schließlich doch erfolgreich zerstört, sind ins All geflüchtet und haben eine riesige Müllhalde hinterlassen, die nun von abertausenden WALL•Es (Waste Allocation Load Lifter – Earth-Class) wieder aufgeräumt werden soll. Nach 700 Jahren jedoch sind auch diese eingegangen und nur ein kleiner Roboter trotzt noch den Unwidrigkeiten unseres futuristischen Planeten und werkt eifrig weiter.

Durch eine Suchaktion gelangt dieser letzte WALL•E, unser Held, dann eines Tages auf die entfernte Raumstation der Menschen, die nun völlig degeneriert sind und nicht einmal mehr selbstständig laufen können. Doch die Menschen sind dem kleinen Roboter egal, er hat sich hemmungslos in EVE (Extraterrestrial Vegetation Evaluator ), einen glänzend schönen Suchroboter, verliebt. Und diese große Liebe bringt sehr bald alles in Bewegung.

Ach ja, und natürlich gibt es auch erneut einen furiosen Vorfilm: Presto. Schön, dass sich Pixar dieser Tradition wieder besonnen hat.

Er sagt: Genial!

WALL•E lädt sich aufWALL•E ist definitiv der liebenswürdigste Roboter nach R2-D2 (wer diesen Link jetzt tatsächlich gebraucht hat, sollte sich schämen!! ;-) ) auch wenn er optisch vielmehr an Number 5 aus Short Circuit erinnert.

Mich hat dieser Film wieder wie ein kleines Kind staunen lassen, obwohl die Hintergrundgeschichte, Stichwort zerstörte Erde, eigentlich mehr als bitter ist. WALL•E bleibt aber von dieser Trostlosigkeit ziemlich unbeeindruckt, hat er doch nur Augen für EVE und löst trotzdem, oder deswegen, komplett unschuldig quasi im Vorbeifahren bei vielen Menschen und Maschinen etwas Positives aus.

Beeindruckend fand ich, wie viel Emotion fast hauptsächlich durch mechanische Körpersprache transportiert werden kann. Nachdem beinahe alle Roboter in diesem Film nur mit sehr unterentwickelten Sprachorganen bestückt wurden, liest man ihren Gemütszustand überwiegend an ihren Körperhaltungen ab, die von den Animatoren mit sehr, sehr viel Liebe zum Detail realisiert wurden. Samy Molcho hätte wohl seine wahre Freude daran. EVE kommuniziert zum Beispiel fast ausschließlich mit Ihren Augen und lässt dabei keine Fragen offen, was ihr gerade durch den auf Hochglanz polierten Kopf geht.

Auch die Regiearbeit wirkt frischer und moderner als bei anderen Animationsfilmen. Nette Kamerafahrten, mehr Spielereien mit Tiefenschärfe, alles wirkt realistischer, obwohl dieser Anspruch optisch gar nicht gestellt wird. Jedenfalls fühlt man sich als Zuseher der Geschichte dadurch sehr viel näher. Und das nicht nur, weil für Apple-Nutzer einige nette Szenen dabei sind. ;-)

Spannend ist übrigens auch der Abspann, der die Geschichte anhand verschiedener Zeichenstile weitererzählt und zum Schluss sozusagen im Schnelldurchlauf die ganze Story im Pixeldesign der Computerspiele der frühen 1990er noch einmal durchspielt. Mein Prädikat: Von der ersten bis zur letzten Sekunde sehenswert!

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09.10.08

Caramel (2007)

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Caramel

Wikipedia weiß: Karamell oder schweizerisch Caramel ist durch starkes, trockenes Erhitzen geschmolzener Zucker. Je nach Temperatur verfärbt er sich dabei von goldgelb bis tiefbraun und entwickelt ein typisches, mehr oder weniger herbes Röstaroma.

Was Wikipedia nicht weiß, was aber gang und gäbe ist in vielen arabischen Ländern, ist dass der geschmolzene Zucker, ähnlich dem Wachs zum Enthaaren verwendet werden kann. Wie zum Beispiel im Schönheitssalon Si Belle, dem Dreh-und Angelpunkt im libanesischen Film Caramel. Hier arbeiten die Schönheiten Layale, Nisrine sowie Rima, Jamale ist Dauergast und Rose, die alternde Schneiderin von gegenüber, vervollständigt das sympathische Frauenquintett.

Regisseurin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki zeigt uns ein Beirut abseits des Bürgerkriegs. Bunt und farbenfroh wirkt der Alltag der verschiedenen Frauen und dennoch merkt man bald, wie hin und hergerissen zwischen dem traditionellem Wertesystem und einem modernen, westlichen Leben alle eigentlich sind. Zwar wirken die Protagonistinnen auf den ersten Blick frei und unabhängig, doch immer wieder kristallisiert sich heraus, dass sie in vielen Situationen den Erwartungen anderer entsprechen müssen.

Zum Beispiel Nisrine: Ihr Verlobter lernte sie kennen als offene und lebenslustige Frau, für seine Familie jedoch und als baldige Ehefrau hat sie sich zu verstecken. So klärt sich sehr bald die Doppeldeutigkeit des Filmtitels: Denn in diesem Zusammenhang kann Caramel süß aber auch schmerzhaft sein.

Solange dieser Film noch in unseren Kinos gezeigt wird: Geht hin, seht ihn Euch an! Er bietet ganz wunderbare, ausgelassene, rührende und sinnliche Episoden rund um Liebe, Verantwortung, Verlust und vor allem Freundschaft. Abgesehen davon auch eine der schönsten und faszinierendsten Frauen, die ich seit langem auf einer Leinwand bewundern durfte.

In seiner Heimat brach der Film alle Rekorde, wurde ins Rennen geworfen als Kandidat für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film, war Publikumsliebling in Cannes 2007 und gewann im gleichen Jahr außerdem den Publikumspreis auf dem Filmfestival in San Sebastian.

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22.08.08

The Dark Knight (2008)

Sie sagt: Sehr gut

The Dark Knight PosterWenn jemand vorhatte seine Kinder in diesen Film mitzunehmen – vergesst es! Denn dieser Film ist roh und düster. Viel düsterer als all seine Anverwandten, die sich auch mit der Fledermaus beschäftigten. Und das tut dem Film gut, denn er ist bei weitem der Beste der Serie, auch wenn er sich kaum mit Tim Burtons Heransgehensweise vergleichen lässt. Die Missgeburten von Joel Schuhmacher klammere ich hier gedanklich sowieso aus. Wenn man den Film in die Superhelden-Kategorie stecken will, ist er bestimmt der Bedrückendste, denn keine einzige Figur bleibt verschont.

Ein wesentliches Merkmal an The Dark Knight ist seine Nähe zur Realität. Es sind keine megalomanischen Bauten mehr zu sehen, die Gotham City repräsentieren, sondern eine normale Großstadt. Die Figuren agieren nachvollziehbar und menschlich. Selbst der Joker ist einfach eine zerstörte Seele, dessen Moral völlig verdreht wurde.

Und Heath Ledgers Darstellung des Über-Bösewichts ist das dunkle Herz der Geschichte. Absolut verstörend, manisch, kaltblütig und furchterregend clever, fasziniert und brilliert er in sämtlichen Szenen. Selten ging ich wie hier gleichzeitig traurig und zufrieden aus dem Kino. Heath Ledgers Leistung verdient absolut jedes einzelne Lob, das hierfür ausgesprochen wurde.

Aber die gesamte Cast ist ausgezeichnet und bis in kleinste Rollen hervorragend besetzt. Allen voran Morgan Freeman (sehr schön sein kleiner Seitenhieb auf die heute so gängige Datensammelwut), Michael Cain und Aaron Eckhart.

Weil es immer heißt, es gäbe keine guten Fortsetzungen oder zweite Teile: Dies ist Das Imperium schlägt zurück der Batman-Reihe, Der Pate – Teil II der Comicverfilmungen.

Er sagt: Genial!

The Dark Knight: The JokerMir persönlich war Batman in den Comics selten düster genug, daher war ich von Tim Burtons filmischer Umsetzung vor mittlerweile fast 20 Jahren begeistert und ebenso entsetzt, was dann von Joel Schumacher daraus gemacht wurde. Batman Begins erzählte dann endlich die Geschichte meines Batmans und The Dark Knight führt sie perfekt fort.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass jemand mit einem anderen (oder keinem) Bezug zu dieser Comicfigur mit The Dark Knight so seine Probleme hat. Der Film ist lang, depressiv und erzählt viele einzelne Handlungsfäden, meine Erwartungen hat er jedenfalls alle übertroffen.

Heath Ledger ist als Joker in diesem Film tatsächlich eine Naturgewalt, er spielt nicht, sondern ist Mensch gewordenes Chaos. Mit diesem Film hat er sich selbst ein gewaltiges Denkmal für seine leider viel zu kurze Karriere gesetzt. Aber auch wenn der Joker heraussticht, so wird jeder einzelne Charakter mit einer faszinierenden Intensität gespielt, die ich in so einer geballten Ladung noch selten gesehen habe.

The Dark Knight ist beklemmend und dunkel, finsterer, als es sich Tim Burton wohl je erträumen hätte können. Es wird ab der ersten Minute sukzessiv Spannung aufgebaut, von der man sich auch in den spärlichen humorvolleren Szenen kaum erholt. Nach dem Kino war ich jedenfalls erschöpft, deprimiert und erfüllt zugleich. Brutalere Szenen wurden zwar mehr oder weniger geschickt geschnitten, aber Kinder bekommen von diesem Film trotzdem garantiert Albträume.

Auch die Filmmusik will ich nicht unterschlagen. In der erneuten Kollaboration von James Newton Howard und Hans Zimmer wurden die Themen aus Batman Begins übernommen, aber oft mit finsteren Akkorden oder fiesen Industrial-Sounds unterlegt, was unmittelbar zur Stimmung des Films beiträgt.

Ich hoffe und freue mich also auf ein weiteres Wiedersehen mit Batman, das hoffentlich schon sehr bald realisiert wird.

9 Bewertungen (4.33 von 5). Jetzt bewerten → Würg!NajaGutSehr gutGenial!
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